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Birkenblätter, persönliches Wachstum & ein entscheidender Moment – KarolinsMoment

Es war nach Tagen des Regens ein wundervoller Samstag Abend und noch in den Baumspitzen des gegenüberliegenden Park spiegelte sich die Abendsonne und blinzelte regelrecht durch die sattgrünen Blätter der Birkenbäume. Sie rauschten, es klang wie ein Meer direkt vor meinem Fenster. Meine Küchentür knarrte, ein kühler Windstoß wehte über meine Zehen.

Ich genoss den Moment – fühlte Freiheit & Gelassenheit.

In meinem weißen Lieblingshirt band ich mein lockiges Haar zu einem lockeren Zopf und noch während ich mir mein Wasserglas eingoss, lauschte ich den zahlreichen, fröhlichen Stimmen im Park. Kinderstimmen schallten durcheinander. Dennoch schien alles so friedlich. Ein schöner unbeschwerter Moment.

Um mein rechtes Handgelenk trug ich mein weißes Fitnessband. Mit einer kurzen Handbewegung leuchtet es jedes Mal auf und erinnerte mich an die geleisteten Schritte. Es war hübsch und sportlich zugleich. Doch irgendetwas löste es tief in mir aus, was in diesem eigentlich so unangetastetem Moment meine Gedanken abschweifen ließ.

 

1600 Kalorien hatte ich „erst“ verbrannt und ohne jegliche direkte Anweisung forderte mich dieses Band regelrecht auf, aus dem so friedlichen Moment in meiner Küche auszubrechen, meine Zahl an die der anderen anzupassen und meine „Leistung“ zu übertrumpfen. Fitness – ich muss zum Fitness. Musste ich oder wollte ich? Jeder geht am Wochenende zum Sport, stellt neue Rekorde während Kniebeugen auf oder läuft nun einen Halbmarathon. Ich kann jetzt nicht einfach auf meine Couch zurück, muss stark sein und außergewöhnlich schnell auf andere Gedanken kommen.

Und ehe ich mich versah, befand ich mich in einer der schwersten Situationen:

ich konnte, ich sollte, aber ich wollte nicht. Oder musste Ich?

Eigentlich wollte ich mich mit meinem neuen Buch auf die Couch legen, bei offenem Fenster den kühlen Wind in meinen Haaren spüren und dabei meine Füße unter meine cremefarbene Wolldecke kuscheln. Genau danach stand mir der Sinn. Aber mein Fitnessarmband wollte etwas anderes – und das umschlingende Gefühl um mein Handgelenk nahm mich ein.

Ich fühlte mich unter Druck gesetzt.

 Ich glaube auch du kennst diese Momente, in denen du dich gerade noch im so unbeschwerten Flow deines Lebenswegs befandest und plötzlich ist es, als tue sich eine riesige Wand mit gedanklich gesprochen riesigen bunten Plakaten vor dir auf, die dich daran erinnern, welche Vorgaben du zu erfüllen hast.

Ob im Beruf, im Kreise der Familie oder beim Sport. Heute ist man erfolgreich, hat studiert, natürlich keine Lücken im Lebenslauf, denn man weiß schießlich schon Monate vor dem Abitur welchen haargenauen Weg man einschlagen wird. Nicht. Man ist dünn – aber dennoch weiblich. Und einen besonders toll geformten Po sollte man haben – aber bloß keine zu stämmigen Beine. Man isst gesund – aber bitte nicht zu vegan. Und so kann man diese Druckpunkte immer weiter ausformulieren.

Vorgaben wohin man auch schaut.

Auf Werbeplakaten, in der Mittagspause, im Gespräch mit den Kollegen. Manchmal hat man das Gefühl, man hetzt nur noch den angeblichen „Normalitäten“ hinterher. Angetrieben von Druck, welcher sich beispielsweise in Form von Anzügen an den Körper schmiegt, das eigene Gewissen aus Bilder auf dem Handy heraus in die Tiefe zieht oder in Form von Fitnessarmbändern wie eine Fessel um das Handgelenk liegt und jeden Schritt im wahrsten Sinne des Wortes kontrolliert.

Sich mit Anderen messen. Weiter laufen, noch gesünder essen, noch schneller erfolgreich werden. Und dann verliert man sich.

Auch ich habe mich zeitweise in diesen Gedankenkämpfen mit mir, gegen mich, um mich befunden. Und dann lag ich dort, auf meinem Handtuch auf dem Boden und sollte eigentlich übermotiviert Sit-Ups machen. Druck hatte mir mein Gefühl genommen, es war nicht so, dass ich wollte , sondern Druck mit suggerierte, dass ich einfach musste.

Ich glaube, diese Situationen von Druck und Erwartungen Anderer gehören zum Leben dazu. Ich glaube auch, dass es dazu gehört, sich einmal vor Druck zu verlieren und zu versuchen, es allen Recht zu machen.

Doch genauso gehört es dazu, das eigene Verhalten zu reflektieren und sich darüber bewusst zu werden, an diesen Lebenserfahrungen bewusst wachsen zu wollen. Es ist wichtig, seine eigenen Erfahrungen zu machen. Und ganz egal, was gewisse Personen von dir erwarten – darf man auch seine Meinungen weiterentwickeln und an die eigene Entwicklung anpassen.

Warum zwingen wir uns, in den „abgesprochenen“, sicheren Situationen zu verharren, wenn wir tief in uns verspüren, dass uns neue Impulse antreiben und andere, weitere Wege einschlagen lassen wollen?

Ich möchte mich nicht zurückhalten lassen von „weil man das so macht“ und bereits eingetrampelten Pfaden.

Ich möchte mein Handeln reflektieren, überdenken und ich möchte vor allem eins: das tun, was sich für mich in diesem Moment richtig anfühlt.

Aus Karolin Fitness wird KarolinsMoment

Ich weiß nicht, ob es eine Entscheidung ist. Vielleicht doch eher ein Lebensgefühl. Ich habe mich gefragt, ob ich gewissen druckvollen Situationen nicht Stand halten kann oder zu schwach bin. Doch ich habe für mich ganz bewusst entschieden, dass es eine Lebenserfahrung ist. Eine mutige. Denn auch wenn es letzten Endes lediglich „nur“ ein anderer Name ist, so ist mein Gefühl ein völlig anderes.

Karolin Fitness war eine ereignisreiche Zeit, die mir in einer wichtigen Phase des Lebens viele Lektionen gelehrt hat und mir vor allem viel über mich selbst beigebracht hat.

Nun ist eine Zeit angebrochen, in der ich meine Erfahrungen aus der Zeit von Karolin Fitness in neue Lebensbereiche mit einbringen möchte. Sport und Fitness ist weiterhin mein Antreiber, Mutmacher und „Zu Hause“ in jeder Lebenslage. Jedoch möchte ich mein Fitnessarmband ausziehen und dann zum Sport gehen, wenn ich alleine es möchte.

Ich spüre so intensiv wie nie, dass neue Facetten gereift sind.

Es ist an der Zeit, weiterzugehen. Es ist an der Zeit loszulassen – oder zu gewinnen? Wer weiß das schon. Eines ist es auf jeden Fall: ein neues Gefühl. Eine Veränderung. Und das ist gut. Das ist wichtig. Um mich selber kennenzulernen, neu zu entdecken und vor allem:

mich weiter zu entwickeln und zu definieren – ohne Druck. Ohne Vorgaben. Losgelöst von Erwartungen dafür entzündet, von der eigenen Leidenschaft. Meiner Liebe zu meinem Leben.

Es ist an der Zeit, neue Orte zu erkunden und dort, neben mir selbst, auch etwas so Kostbares zu entdecken, was mich tagtäglich begleitet und meinen Antrieb ausmacht: besondere Momente. Diese intensiv zu spüren und diese für unzählige Lichter von Glück, Mut und Erfüllung zu entzünden. Ich muss lächeln, denn so stehen die rauschenden Birken vor meinem Fenster doch für Leichtigkeit, Selbstvertrauen, neue Chancen und: Wachstum

Herzlich Willkommen in KarolinsMoment.

 

10 Replies to “Birkenblätter, persönliches Wachstum & ein entscheidender Moment – KarolinsMoment”

  1. Endlich Karo ☺️ Ich finde toll, dass du es gewagt hast! Liebste Grüße, deine Hanna 🙋🏻

    1. Karolin Pilz sagt:

      Liebe Hanna,

      Danke für deine stetige Unterstützung – nicht nur jetzt zur Seite, sondern auch schon die mittlerweile 2 Jahre zuvor. Ich freue mich, dass wir uns damals kennengelernt haben.

      Alles Liebe – deine Karo

  2. Super schön!

    1. Karolin Pilz sagt:

      Andreas, ich danke dir – für alles !
      Die Seite ist genau so geworden, wie ich es mir vorgestellt habe. Danke für deine Unterstützung und auf eine weitere, großartige Zusammenarbeit.

      Liebste Grüße

      Karolin

  3. Tolle Seite! Sehr schöner Text!

    1. Karolin Pilz sagt:

      Liebe Julia,

      herzlichsten Dank für deine Worte und dein Feedback zu der neu gestalteten Seite. Ich freue mich sehr darüber!

      Deine Karolin

  4. Gefällt mir sehr, dein neuer Name und ich gratuliere dir zu deiner Entscheidung 🙂

    1. Karolin Pilz sagt:

      Liebe Marilena,

      Ich danke dir sehr – hoffentlich sehen wir uns die Tage mal wieder in der Kaifu 🙂 Hab einen tollen Tag heute und am Abend werde ich mir deinen neuen Blogpost einmal durchlesen.

      Liebste Grüße – deine Karolin

  5. Du bist wunderbar! Eine tolle Seite. Wünsche dir nur das beste für deine Zukunft 🙂

    1. Karolin Pilz sagt:

      Liebe Anne,

      ich möchte mich bei dir bedanken, dass du meinen Blog und den aktuellen Eintrag gelesen hast und dir die Zeit nimmst, mir so ein schönes Feedback dazu zu geben. Ich hoffe ich kann dich weiterhin noch mehr inspirieren.

      Alle Liebe – deine Karolin

Kommentare sind geschlossen.