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Die Anderen, Ich und das eigene Gleichgewicht

Und es war wieder einer der Tage, an denen ich mich selbst dabei rein zufällig dabei ertappte, wie ich durch die bunten Welten der Social Media Welten streifte, leer von Gedanken, überflutet mit Menschen, die scheinbar jede Minute des Lebens Sport machten, ohne jegliche Makel mit perfekten Lippen und stets guter Laune.

Ich ärgere mich, oder rege ich mich auf? Über das was ich sehe, nein sondern meine Wut, mein Empfinden von „Stören“ geht weitaus tiefer: ich ärgere mich über mich selbst, dass ich mir meine Gedanken und Emotionen „aufspielen“ lasse, anstatt möglicherweise Etwas zu tun, was mich in meinen Wünschen und Träume nach vorne kommen lässt.

Diese Eindrücke, welchen man sich fast täglich ergibt. Ohne sich bewusst darüber zu sein, dass man mit diesen Beobachtungen das eigene Gleichgewicht völlig durcheinander bringt. Manchmal fühle ich mich, als ist das eigene Telefon die Eintrittskarte in den Schlund von Zeitraub, leeren Gedanken und Blindheit vor dem eigenen Ich. Manchmal verschwinde ich in diesem Schlund, möchte mich komplett verhüllen und erst dann wieder auftauchen, wenn alles wieder „schön“ ist. Dabei ist es schön, um mich herum, mit meinen Freunden, mit mir selbst – doch in solchen Momenten bleibt oftmals der Blick für das Wesentliche verwehrt.

Wer hat mich in diese Situation hineingeschubst ohne mich vorab zu warnen? Wie komme ich da wieder raus? Wieso muss ich mich plötzlich mit solch starken Selbstzweifeln auseinandersetzen dabei war ich doch gestern so stark und unberührt von allem? Bin ich es nun schuld, dass ich mich mit solchen Gefühlen auseinandersetzen muss oder „die Anderen“?

Ich bin müde. Vom Kampf in diesem Schlund, vom Hochklettern und wieder hinunterfallen. Vom Ärgern über mich selbst. Ich bin müde von diesem Gefühl des Unwohlseins und diesen Gedanken, die mich so oft beschäftigen und doch eigentlich ganz leicht auszublenden sind? Ich bin müde, von den ständigen Vergleichen und Müde davon, einfach nicht aus dieser Situation hinauszufinden und ständig nach Lösungen zu suchen, die sich dann doch als Fragen herausstellen.

Ich möchte nicht mehr erschöpft sein. Ich möchte diesen Raum, welcher mir so viel Kraft raubt, mit schönen und positiven Emotionen und folglich Erlebnissen füllen. Ich möchte herausfinden, wie ich mich nicht in diesen Schlund schubsen lasse, sondern diese schwarzen Löcher aus eigener Kraft überspringen.

Und noch während sich die Sekunden anfühlen wie Stunden und versuche ich die eigentliche Einfachheit des Verlassen solcher Phasen zu verstehen – doch es ist wie damals, als man vor der Mathe Textaufgabe saß und keinen Einfall oder Ansatzpunkt finden auch nur ansatzweiße die Logik zu verstehen.

Nun, das klingt so einfach – mal eben das Leben verändern, meditieren und ruckartig verändert sich etwas. Liebe dich selbst und dann lieben auch Andere dich.Nun, ich finde, ganz so einfach ist es nicht. Vor all´ den positiven Dingen, die ich mir erhoffe steht zunächst einmal:Bewusstsein für Selbstannahme. So stelle ich mich in meinem grauen, kuscheligen Wollpullover mit meinem Zopf, welcher mir mit Strähnen ins Gesicht seit Stunden über der Schulter hängt vor meinen Spiegel und betrachte mich selbst. Gar nicht mal so schlimm, ist das nun schon Selbstakzeptanz und mein verborgenes Gleichgewicht, welches ich da sehe?

Ich beschließe, mir Zeit für mich zu nehmen. Ein paar Stunden? Nur noch Heute oder doch einige Tage? Ich möchte diese Entscheidung nicht treffen, sonder beschließe, mich treiben zu lassen. Treiben auf dem Floß meiner ganz persönlichen Bedürfnisse. Darf ich das ? Ja, verdammt! Ich muss.

Ich möchte früh aufstehen, Sport machen, verschwitzt lächelns ins Bett fallen. Gemüseabteilungen durchforsten und die neusten heimischen Apfelsorten entdecken. Mit einer heißen Tasse Tee und meiner besten Freundin Zukunftsvisionen ausmalen.

Gleichgewicht

Ein Gleichgewicht pendelt sich ein, es kann sich auch mal für ein paar Tage in die eine oder andere Richtung verschieben. Dein Gleichgewicht hat eine individuelle Position, die nicht nur Bilder oder Videos von anderen bestimmt wird, sondern von deinem Gefühl und dir! Um dein Gleichgewicht zu finden, kannst du dich inspirieren lassen – auch von den schönen Menschen auf den Bildern und trainierten Körpern. Doch sie ziehen nicht an deinem Gleichgewicht nach oben oder unten und zeigen dir den genauen Weg, sondern sie berühren dich in deinem Denken und dem Weg zum Gleichgewicht minimal und punktuell. Sie können dir helfen, dein Gleichgewicht einzupendeln oder anzustubsen – doch sie legen es nicht fest!

Doch wie und vor allem wo finde ich dieses „Gleichgewicht“?

Die einen machen Yoga, die Anderen trinken Tee oder laufen Kilometer weit an Berghängen. Die Möglichkeiten und Zugänge sind so vielseitig und doch fällt es uns oftmals so schwer bei den tausenden, teils so greifbar nahen Möglichkeiten den Zugang zu finden. Ansatzpunkte, Zugang letztlich zu sich selbst und: Akzeptanz.

Für die kommende Woche möchte ich folgende Ansatzpunkte ausprobieren:

Selbstreflexion

Was löst diese Zweifel in mir aus? Welche Dinge halten mich immer wieder davon ab, meinen Blick auf des Wesentliche zu schärfen und mich selber zu sehen? Diese Aspekte möchte ich mir notieren, die erkennen und neu aufrollen. Störfaktoren erkennen und ausschalten.

Dankbarkeit

„Danke“ sagt man oftmals so salopp daher, doch die wirkliche Wertschätzung eines wahrhaftigen „Danke“ lenkt den eigene Fokus auf das Wesentliche. Dankbar zu sein, für Freundschaften, Nachrichten, Selbsterkenntnis und menschliche Verbindungen vermittelt ein angenehmes, positives Gefühl. Kleine Glücksmomente, die ich am Abend sobald ich mich von der „Außenwelt“ verabschiede notiere und sie mit zu Bett nehme.

Ein Einzeldate

Den Kontakt zu sich selbst aufnehmen kann man ganz wunderbar, indem man gezielt Zeit nur mit sich selbst verbringt. Das kann ein Tag zu Hause sein, noch besser aber ein Abenteuer, ein Kino Besuch, eine kleine Wanderung. Anfangs kam ich mir komisch vor solche Aktivitäten alleine zu machen, doch darum geht es beim Finden des Gleichgewichtes schließlich auch: loslassen von möglichen Gedanken Anderer über sich selbst und sich öffnen für die eigenen Bedürfnisse.

Erfolgserlebnisse

Einer der wichtigsten Aspekte, sind Erfolgserlebnisse. Egal wie diese aussehen: das Sammeln dieser kleinen wie ich es nenne Meilensteine füllt das eigene Ich von Innen heraus mit so viel Mut und Selbstvertrauen, dass man sich förmlich ganz automatisch von diesem Schlund der Vergleiche etc. entfernt. Merke: Ziele setzen, diese erreichen und dabei immer wieder spüren, was für ein wertvoller Mensch du bist.

 

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