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Einfach leben – sich von innerem und äußerem Ballast befreien

Es ist 05:43. Ich sitze im Zug auf dem Weg ans Meer. An meinem Abteilfenster rauscht die aufgehende Sonne vorbei. Nebelschwaden liegen über den Wiesen. Kreischen von Möven gepaart mit dem Rattern der Schiene. Am heller werdenden Himmel zeichnen sich nach und nach kleine, aufwachende Siedlungen ab.

Ich fahre ins Unbekannte, an einen Ort, den ich zuvor noch nie besucht habe. Gleich am Bahnhof werde ich abgeholt. Von wem genau weiß ich noch gar nicht

Ich lasse mich einfach darauf ein – ohne zu viele Einzelheiten zu planen

Mit dabei habe ich nur meine kleine Tasche und ein paar Schuhe. Ich setze meine Brille auf, geschminkt bin ich noch nicht.

In den letzten Jahren habe ich eine Fürliebe dafür entwickelt, Begeisterung für das Einfache zu finden. Nicht nur, was meinen kleine Reisetasche anbetrifft, welche grade neben mir steht, sondern auch mein Kleiderschrank, mein zu Hause.

Minimalismus Tage

Angefangen hat alles mit sogenannten „Minimalismus Tagen“. Sich auf „das Wesentliche“ zu konzentrieren bedeutet nicht, sein gesamtes Umfeld und zu Hause von heute auf morgen schlagartig zu verändern. Ich habe begonnen mit sogenannten „Aufträum Tagen“ – hierfür bieten sich nach meiner Erfahrung wunderbar Sonntage an.

Jeden Sonntag nehme ich mir einen Ort meiner Wohnung vor und strukturiere ihn neu. Ich konzentriere mich auf die Gegenstände, nehme sie in die Hand und frage mich:

Macht mich dieser Gegenstand in Zukunft glücklich?

Anhand dieser Leitfrage  hinterfrage ich meinen Besitz neu, übe zu entscheiden und ebenso Veränderungen zuzulassen.

 

Magic Cleaning

Magic cleaning wurde von einer japanischen Schriftstellerin kreiert. Es beschreibt eine Art „Entdeckungsreise“ zum eigenen Individualismus. Nicht nur eine individuelle Auffassung von Glück spielt hierbei eine Rolle, sondern auch intuitive Entscheidungen. Magic Cleaning ist kein fest definierter Begriff oder eine Anleitung wie man was sortieren oder strukturieren sollte.

Hier geht es vielmehr um den Fokus: Individualismus, sprich: jeder von uns hat eine eigene Auffassung von Besitz, welchen man um sich herum erleben möchte. Dieser entsteht aus persönlichen Entscheidungen, welche zu einer Art „Wohlfühlumgebung“ führen.

Die Sache mit dem Vielleicht

Wenn du dich dafür entscheidest einen Minimalismus Moment auszukosten und dich auf Veränderung einzulassen, wirst du auf Momente stoßen, in denen dir Dinge von „vielleicht“ in die Hände fallen. Vielleicht brauche ich das noch. Vielleicht ist weder Ja noch Nein. Stelle dir die Frage:

Möchte ich ein Vielleicht Leben führen?

LOSLASSEN bedeutet nicht im ersten Atemzug Verlust. Loslassen ist ebenso positiv und dein deiner Entdeckungsreise. Loslassen hilft dir, dich immer wieder auf Veränderung einzulassen.

 

Loslassen bedeutet ebenso sich  VON MATERIELLEM UND INNEREM BALAST BEFREIEN. Man braucht also nicht ausschließlich eine Detox Saft Kur, sondern manchmal nur den eigenen Mut und einen ersten Schritt ins Unbekannte, um sich nicht nur innerlich, sondern auch räumlich zu reinigen.

VIEL, ZU VIEL BESITZ KANN ENERGIE BINDEN – damit du deine Energie neu entfachen kannst und ich auch dich für „die, deine wichtigen Dinge begeistern kann“ fasse ich nochmal die Punkte zusammen, die mich seither für Einfachheit und einen gewissen Minimalismus begeistert haben:

  • klare, strukturierte Räume geben oftmals das Gefühl von Freiheit
  • du lernst, Dinge und Gegenstände zu hinterfragen, mit neuen Augen zu sehen
  • deine Entscheidungsfreudigkeit wird gefordert
  • du findest neue Wege zu dir selbst
  • du lernst, dass nicht ausschließlich Besitz glücklich macht
  • du erlernst mehr Vertrauen in dich selbst
  • durch Veränderung, das Aussortieren von Dingen erfährst du mehr Selbstvertrauen

Ich glaube daran, dass eine gewisse Ordnung in eigene Zimmer, in der eigenen Wohnung das eigene Bewusstsein für Dinge um sich selbst herum nachhaltig verändern. Das intensive Auseinandersetzen mit Werten, Gefühlen und dem eigenen Empfinden wirkt sich nicht nur auf die räumliche Gestaltung aus, sondern auch auf die eigene Persönlichkeit.

Man sagt, Ordnung im Zimmer sorgt für Ordnung im Herzen – es geht nicht darum kühl, abgebrüht und berechnend zu sein, sondern hier einen ganz anderen Ansatz zu finden, nämlich Bewusstsein für und über sich selbst. Bewusstsein für Wünsche, das eigene Umfeld bedacht auszuwählen und mit verändernden Entscheidungen nach vorne zu gehen.

 

2 Replies to “Einfach leben – sich von innerem und äußerem Ballast befreien”

  1. Das Buch „Magic Cleaning“ interessiert mich auch seit Längerem sehr. Habe das Aussortieren sehr für mich entdeckt, einfach weil man sich danach so befreit fühlt. So erhält man sich den Blick fürs Wesentliche.

    Schöner Artikel und sehr schöner Blog übrigens 🙂

    LG

    1. Guten Morgen 🙂

      Zunächst eimal liebsten Dank für dein Kompliment und das so schöne Feedback zu meinem Blog! Toll, dass du das Buch Magic Cleaning kennst und auch des Gefühl des Aussortierens so magst – ich weiß genau, was du meinst 🙂

      Ich wünsche dir einen tollen Sonntag und viel Freude beim heutigen möglichen Aussortieren 🙂

      Herzliche Grüße

      Karolin

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