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Zwischen inneren Monologen und Aufbruchsstimmung

Manchmal kommt man an diesen Punkt, da versteht man weder sich selbst, noch die ganze Situation, in der man sich befindet.

Manchmal hat man das Gefühl, etwas sagen zu wollen – zu den Anderen, zu sich selbst. Doch man die eigene Sprache, die ich spreche, verstehe nicht mal ich selbst.

Dann ist man gefangen, zwischen surrealen online Dialogen. Und Inneren so präsenten Monologen. Weiß nicht, ob das eigene Bett oder doch lieber nicht alleine sein.

Habe ich Hunger oder ist es einfach nur ein unersättlicher Durst nach Liebe? Eigentlich ist mir nach Nähe, nach stundenlangen Gesprächen. Im Dunkeln sitzen, mit flackernden Kerzenlichtern an den Wänden um mich herum. Die Zeit vergessen und ohne jegliche Grenzen Gedanken fliegen lassen, in luftigen Höhen und dabei weder Schmerz noch Angst spüren. Neue Träume spinnen, sie mit bunten Farben ausmalen – ohne Vorbehalte. Kein Wenn und Aber. Einfach wegfahren, dieses mich mit Aufregung füllende Geräusch der rollenden Koffer auf dem eiskalten Marmorboden. Abheben, Neuanfangen. Sonne riechen. Bikinis unter Sommerkleidern tragen. Getrocknetes Meerwasser in den Haarspitzen und stundenlange, schier nie endende Abende an denen wir während dem Klirren der Eiswürfel in unserem Glas über all´ die Dinge sprechen, die uns mit Leidenschaft erfüllen.

Kein Regen von grauen Himmeldecken, keine Vergleiche. Kein gelbes Ubahn Licht an einem Dienstag Morgen. Kein monotones Piepen der Feierabendampeln. Kein hektisches Kleingeld suchen an der Kasse, keine Gedanken, was mich morgen alles erwartet und erledigt werden möchte. Keine schwebenden Antworten, die heute ein vielleicht und morgen ein ja bedeuten, vielleicht.

Wärme zwischen Händen spüren, Glitzern in Augen beobachten. Mit geschlossenen Augen unter riesigen Palmen liegen. Leichtigkeit nicht nur auf der braunen Haut spüren, sondern in jedem Atemzug. Entscheidungen einatmen, genießen. Sie schmecken. Entscheidungen leben. Einfach so. Das eigene Herz auf Händen tragen ohne Angst vor Enttäuschungen. Empfinden und Aussprechen, so stetig und leicht wie das Rauschen der Wellen in der Brandung.  Stockender, dennoch lächelnder Atem im Lilafarbenen Licht von Sonnenaufgängen. Heute, morgen und übermorgen.

Es ist so schön hier, in den eigenen vier Wänden. Mit dem Bilderrahmen, den ich seit jahren besitze. So schön in diesem grauen Kaputzenpullover und der Gewissheit, was morgen um 06:0 Uhr passieren wird. Gefangen zwischen hier und jetzt und dem, was weit da draußen passiert.

Vielleicht sollte ich mein Leben noch mehr in die Hand nehmen. Vielleicht sollte ich nicht in Excel Listen nach Ordnung suchen und dabei krampfhaft Kaffee trinken, der nicht schmeckt, sondern mich fragen; wovor habe ich Angst? Es heißt doch immer : jetzt ist deine Zeit. Vielleicht ist es gar keine Angst, die ich spüre, sondern Stillstand. Luftleerer Raum zwischen Entscheidungen und Veränderungen. Vielleicht ist es an der Zeit, alles über Bord zu werfen und Platz zu machen. Platz für Abenteuer. Schlaflose Nächte, Pizza mit extra Käse, Gassen voller Stimmen und: verrückter Ideen. Vielleicht sollte ich einfach ein weniger Mehr Verrücktheit zulassen. Oder ist es Andersartigkeit angetrieben durch Mut? Vielleicht ist es auch nur der Drang, nach Wahrhaftigkeit. Wahrhaftigkeit von dem, was ganz alleine in mir tanzt. Lass uns zusammen tanzen. Mit geschlossenen Augen, in Ausgelassenheit, barfuß im Sand.

 

 

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