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Mein Zukunftsgefühl – ein paar persönliche Gedanken

Mit den letzten verstauten Einkäufen in meiner Tasche verstaut mache ich mich auf den Heimweg. Unter meinen Füßen erkenne ich sie wieder, die Ahornblätter und jedes Mal, wenn sie mir in die Augen springen, erinnere ich mich an ihre wundersame Bedeutung, die mir jedes Jahr aufs Neue zum stetigen Wechsel neuen Mut gibt. (Die Reise – Thema Ahornblätter und ihre Bedeutung) Es ist schon spät und das Grau des Himmels wird langsam und schleichend abgelöst durch die tausenden bunten Lichter, die immer in Bewegung sind. Ein Puls der Zeit, der mich mit kalten Winden erfasst. Immer in Bewegung – genau wie wir. Auf der Durchreise? Oder Zielgeraden in Richtung Zukunft?

Hast du Angst vor der Zukunft?

Als mir diese Frage vor wenigen Tagen gestellt wurde, so war mir im ersten Moment gar nicht bewusst, wie sehr uns diese Frage alle verbindet. Denn das ist doch der Ort, der Gefühlszustand, auf den wir alle hinarbeiten. Für den wir Ausbildungen machen, Geld sparen, scheinbar nicht endende Tage in Universitäten verbringen. Beziehungen pflegen, Häuser bauen. Das sind so die ersten Gedanken, die man mit Zukunft oftmals beim Kaffe und Kuchen mit der Familie entwickelt.

Zukunft – als ich dieses Wort in Gedanken nun auf den letzten Metern nach Hause nochmals Silbe für Silbe ausspreche, scheint dieses Wort Großes zu versprechen. Es fühlt sich für mich so an, als sei es ein großer, luftleerer Raum in weißen Farben, welcher bereit ist und regelrecht darauf wartet, mit bunten Farben lachend bemalt zu werden.

Gibt es da Auswahlkriterien, die man erfüllen muss, um diese Sphären zu erreichen?

Ganz so euphorisch ist es manchmal nicht – Oftmals wird man mit so vielen Informationen überhäuft, was alles in 5 Jahren wichtig wird. Dann sind da Dinge wie Rentenbeiträge und Bausparverträge. Muss ich jetzt nicht schon mal eine Patientenverfügung ausfüllen? Wo bekomme ich dieses Formular und wer hift mir dabei dieses auszufüllen? Keine Frage – diese Dinge sind wichtig und gehören zum „Erwachsen werden“ dazu. Aber ich möchte mich mit solchen Aspekten nicht verrückt machen bevor ich am Abend einschlafe. In meinem Ikea Bett …

Doch ich glaube, noch davor kommt etwas, was viele auf dem „Hinterherhechten“ nach der perfekt vorbereiteten Zukunft vergessen. Ich glaube Zukunft ist nicht nur eine Zettelwirtschaft, ein eigenes Eigenheim und „genügend Geld“ haben. Nach dem letzten Jahr habe ein Gefühl entdeckt, welches mein Empfinden beim Gedanken an „Zukunft“ grundlegend verändert hat. Ich habe mich getrennt von:

1. Vergleichen

Immer wieder habe ich beobachtet, wie Menschen sich vergleichen. Mit den Nachbarn, mit der Freundin aus Abiturzeiten. Die einen haben schon Kinder oder soeben eine Wohnung gekauft. Man selbst ist möglicherweise soeben in der Großstadt angekommen und hat sich grade voller Stolz ein neues Ikea Bett gekauft.

Wenn ich persönlich eines vermeide, dann ist es, mich mit Anderen ständig zu vergleichen. Da geht es nicht nur um die Leistungen im Sport, die sich wohlmöglich in einem schönen Körper widerspiegeln. Sonder darum, die eigene Zeit damit zu verschenken, sich über das Hab und Gut Anderer den Kopf zu zerbrechen, anstatt sich Pläne zu schmieden, was man noch alles erleben möchte. Vergleiche mit Anderen sind in gewissen Momenten und Gesichtspunkten auch mal gut, um neue Ansichten zu gewinnen, aber diese dürfen die eigenen Ziele niemals so tangieren, dass man ins Stocken gerät.

Denn gerät man ins Stocken, passiert eine der schlimmsten Vorstufen, die den Weg zu „Zukunft“ mehr als holprig machen: man stellt sich selbst in Frage. Ich möchte mich selbst nicht in Frage stellen, sondern mit jedem Schritt meine eigene Landkarte erstellen.

2. Das Thema Geld

Ich finde, es gibt nicht schlimmeres, als jeden Tag den Kontostand zu prüfen und mit wilden Rechnungen zu beginnen, wie viel mir nun in meiner Rente übrig bleiben wird. Natürlich sind dies Themen, mit denen man sich im zunehmenden Alter auseinandersetzen muss und sollte. Geld ist etwas, was viele zwischenmenschliche Beziehungen kaputt macht. Ich arbeite nicht, bildlich gesprochen, um meine Mietkosten zu zahlen, sondern um mir damit ein schönes zu Hause zu ermöglichen. Ein Ort der Zuflucht, den ich so gestalte, wie es mir gefällt mit hübschen Möbeln und goldfarbenen Vasen, um darin wieder neue Ideen entwickeln zu können.

Vielleicht merkst du, dass diese Auffassung, so minimal anders sie gestaltet ist, mir viel mehr Raum für Individualität und Kreativität lässt. Meine Gedanken zum Thema Geld sind, dass man ein Gefühl dafür entwickeln sollte, dass es sich in gewisser Weise immer wieder bewegt. Mal kommt es, mal geht es. Oftmals muss man es in die Hand nehmen, auch wenn es mir anfangs schwer fiel, und in unsichtbare Träume investieren. Einen Schritt wagen, um dann im Nachhinein nachzuvollziehen und zu erkennen, welche tollen Dinge es, wenn auch Monate später, mit sich zieht.

Manchmal weiß man nicht, wie viel es letztlich im kommenden Monat ist, aber ist es nicht genau das, was gewisse Momente auch so spannend macht? Ich möchte mich in Bezug auf meine Zukunft nicht an den Gedanken „Geld“ klammern. Dieser Gedanke fühlt sich für mich so kalt an – Ob man nun später das Traumauto fährt oder doch eine Weltreise macht. Diese Dinge lasse ich mir offen und ich vertraue auf mich und meine Fähigkeiten, dass es um meine Träume zu leben niemals an diesen bunten Fetzen Papier hängen sollte.

3. Erwartungen Anderer

Einer der größten Druckpunkte, die mir ganz oft die Luft zum atmen nahmen, sind die Erwartungen Anderer. Andere Generationen, andere Erwartungshaltungen. Da gibt es Lebensläufe, die nicht unterbrochen werden dürfen. Firmen, die die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil man eine Ausbildung abgebrochen hat und lieber was Anderes probiert hat.

Aber gestalte ich meine Zukunft, um überspitzt gesagt, in diesem einen Vorstellungsgespräch in einer Firma von Millionen zu punkten? Um die Erwartungen Anderer zu erfüllen, habe ich mich persönlich in meiner Jugend mehrmals verrannt. Und nicht nur das. Ich habe mich verbogen, unter Schmerzen, in der Hoffnung, dass die Form, die ich dann annehme, der entspricht, die von mir erwartet wird. In der Hoffnung, dass die zufriedenen Gesichter die meinen Schmerzen besänftigen und die Harmonie, die dann einkehren würde, auch positive Auswirkungen auf meine Zukunft hat.

Denn schließlich habe ich dann alles „richtig“ gemacht. Alles abgesichert, mit Formularen, Beiträgen, angesehenen Ausbildungen. Ich bin ausgebrochen – aus diesen Erwartungen und letztlich aus mir selbst. Mir hat das Auseinandersetzten mit den Erwartungen Anderer Angst gemacht. Angst vor allem, was noch kommt.

Die Welt schien mir kompliziert, chaotisch und das eigene Leben wie ein Rätsel. Dabei war es so einfach zu lösen …

Nämlich mit: Freiheit.

Heute, ein paar Jahre älter, einige persönliche Erfahrungen reicher verbinde ich diesen luftleeren, hellen Raum „Zukunft“ mit Freiheit. Frei sein Orte zu entdecken, frei sein Neues zu entdecken, frei sein alles mitzunehmen, was man sich erträumt.

Ich bin mir nicht sicher, ob es arg spirituell klingt, doch mein größter Wunsch für meine Zukunft ist es, frei zu sein.

Freiheit in meinen Gedanken, in der Gestaltung meines Lebens. Natürlich bedarf es für gewissen Dinge, die diese Art der Freiheit ausmachen finanzielle Mittel und Absicherungen. Doch ich mache diese nicht zu meinem Hauptanliegen. Sie sind einer der Pfeiler. Nämlich der Pfeiler, wie Mut, Individualität, Neugierde und Persönlichkeit. Meine Visionen, die die eigene Zukunft betreffen, sollen frei sein. Beständig mich in meinem Weg begleiten, zugleich variabel und : in meinen Händen liegen. Nicht hinter einer Unterschrift auf einem Formular, welches mir verspricht, dass meine Zukunft von nun an sicher ist. Sicherheit ist so eine Sache. Genau so wie die Tatsache, dass nichts für immer ist. Doch eines hat, sobald man es erlernt hat und darauf vertraut Beständigkeit: der Glaube an dich selbst, an deine Fähigkeiten dein Leben genau so bunt zu gestalten, wie die Gedanken in deinem Kopf. Ich bin mir sicher, dieser helle, weite und schöne Raum „Zukunft“ freut sich schon Jetzt auf deine künstlerischen Fähigkeiten – egal wie diese vermögen auszusehen.

Hoffe nicht. Warte nicht. Deine Luft ist voll mit unfassbar spannenden Entscheidungen, vollgepackt mit Reisen, Entdeckungen und Momenten der so simplen und dennoch großartigen Zufriedenheit. Es gibt so viel zu entdecken.

Deine 5 täglichen Reminder, um dich von Vergleichen und Erwartungen Anderer frei zu machen:

  • Positiv sein liegt in meiner Hand und ist eine Entscheidung
  • Ich feiere meine Individualität
  • Meine Zukunft entsteht durch meine Einzigartigkeit
  • Ich werde erfolgreich sein mit dem, was ich tun werde
  • Ich kann es schaffen, mein Leben so zu gestalten, wie ich es mir ausmale

 

3 Replies to “Mein Zukunftsgefühl – ein paar persönliche Gedanken”

  1. Hallo Karo,
    ein wundervoller Text über das Leben, die Freiheit und den Druck, den man sich manchmal macht, obwohl es falsch ist. Es tut gut solche Zeilen zu lesen und zu spüren, dass es Menschen gibt, die genauso denken wie ich und an sich und ihr Leben glauben und nicht nur nach gesellschaftlichen Idealen streben, sondern danach streben ihr Leben so zu gestalten und zu leben mit all dessen unterschiedlichen Farben und sich stets dabei treu bleiben.

    Mach weiter so !! 🙂

    1. Hallo Annika,

      Wie sehr ich mich über dein Feedback freue! Herzlichsten Dank für deine Worte und wie schön, dass wir die gleiche Ansicht teilen. Es ist schön zu wissen, dass Menschen wie du meine Texte lesen und sich daran erfreuen!

      Alles Liebe für dich und die Gestaltung DEINER ganz persönlichen Zukunft.

      Deine Karolin

  2. Liebe Karolin!
    Ich liebe, wie du schreibst!
    Ich kann das alles absolut bestätigen! Dich ein kleiber Reminder ab und an tut gut! Denn ich bin auch täglich umgeben von Kollegen, die nichts anderes zu reden haben -als: Rente, etc!
    Ich will auch einfach nur frei sein, bzw so bleiben, denn gerade ist alles ziemlich gut :))
    Viele Grüße

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