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Nasch/Ess-Tag – wenn man sich nicht beherrschen kann

Ich glaube jeder von uns kennt sie, diese Tage, an denen man nach tagelangem „sauber essen“, Einhalten eines Ernährungsplanes und dem Trinken von grünen Smoothies tief in sich dieses Verlangen spürt. Verlangen nach Essen. Ich habe das Verlangen nach Deftigem, Süßen oder doch eher Salzigem? So genau kann man ich es nicht beschreiben aber mein Körper signalisiert mir ein Bedürfnis, einen Wunsch nach Essen.

Jeden Morgen trinke ich nach dem Aufstehen als erstes ein Glas Wasser und kippe dort meinen Löffel Gerstengras-Pulver hinein. Ich muss ehrlich gestehen, ich bekomme es kaum runter und muss jedes Mal bevor ich das Glas trinke tief durchatmen – aber: ich mache es. Für mich, meine Gesundheit und die tägliche Herausforderung das „nach Teich schmeckende“ grüne Glas leer zu trinken. Und das in einem Zug. Ich fühle mich damit sehr gut und habe das Gefühl frischer auszusehen. Meine Gesundheit und mein Körper sind mir mit das Wichtigste, also investiere ich nicht nur meine Zeit im Fitnessstudio um meinen Körper so zu formen, wie er mir gefällt, sondern auch mein Geld in frische Lebensmittel und ja, manchmal überteuerte „Healthy-Foods“ und grüne Smoothie Pulver. Ich achte sehr auf meine Ernährung und möchte mit ihr meine Workouts unterstützen.

Doch manchmal gibt es diese Tage, an denen ich ständig an Essen denke und mir als „Tages-Nebenbeschäftigung“ gerne immer mal wieder Gedanken darüber mache, was ich denn Tolles „cheaten“ könnte. Dann habe ich einfach keine Lust auf Gemüse kochen und in Kokosöl anbraten. Grundsätzlich mache ich keine Cheat-Days, an denen ich wild Schokoladentafeln esse und mit 2 Tüten Chips im Bett liege. Ich plane diese Tage nicht und habe auch keine festen Rituale, bei denen ich rigoros alles esse, was mir in die Quere kommt. Doch selbstverständlich habe ich diese Tage, an denen mir der Sinn einfach nach Burger mit Süßkartoffelpommes steht und ja, ich esse dann bei Peter Pane ein Pfund alleine. Oder eineinhalb 😉 Ich liebe frisches Brot, besonders wenn es aus dem Ofen kommt, warm und mit knuspriger Kruste. So sehr, dass ich gleich ein halbes alleine essen könnte.

An anderen Tagen, wenn ich die Gelüste auf Süßes verspüre, esse ich auch mal zwei, drei oder vier Protein Riegel. Snickers White ist auch toll. Oder ich bewaffne mich nach einer langen Woche mit einem Löffel und einem großer Becher Ben& Jerry´s. Denn da gibt es diese unschlagbare Kombination aus Kerzenschein, dem eigenen Bett, Kuschelpulli, abgeschminktem Gesicht und: etwas leckeres zu Essen. Ich denke nicht an die Kalorienanzahl, die dieser Becher möglichweise hat, sondern möchte mich lösen von den Gedanken, stets „clean“ und „nach Plane“ zu essen. Genuss, etwas Fett oder auch mal Zucker gehören von Zeit zu Zeit auch mal dazu.

Man könnte fast sagen, ich persönlich zelebriere diese Momente, in denen ich mich richtig darauf freue mal „aus der Reihe zu tanzen“. Essen mit Freunden, in Gemeinschaft oder zu besonderen Anlässen zu genießen. Und: Ja, wenn ich nach dem dritten Riegel noch immer diesen Geschmack  „Apple Pie“ im Mund vermisse, dann stehe ich auf und hole einen vierten.

Ach komm, ist auch egal -Tag nenne ich das

Eben diese Tage und Momente, an denen man spürt, dass man mal keine Lust hat nach dem „Fitnesslifestyle“ zu leben und wieder mit riesigen Einkaufstaschen voller platzfressender Gemüsepakete und Brokkoli-Köpfen nach Hause wankt und diese dann schier unendlich lange zerschnibbelt. Ach komm, ist auch egal-Tage sind keinesfalls zu vergleichen mit „Binge Eating“ artigen Zuständen oder Ess-Attacken, sondern ganz einfach ein Teil, ein wichtiger Teil in einem fitnessbewussten Lebensstil. Denn diese Momente bedeuten nicht auszubrechen oder abzubrechen, einfach mal Loszulassen und das nicht nur essenstechisch, sondern auch gedanklich! Denn viele denken kurz danach oder am Tag darauf an Kalorien und all das, was sie gegessen haben und mögliche Folgen.

Ist meine Form jetzt hin? Sieht man überhaupt noch Abs? oder : Oh Gott jetzt habe ich 2 Kilo zugenommen!

Unsinn – Gönnen und Genießen gehört nicht nur während dem leckeren Essen dazu, sondern, und das ist meiner Meinung nach ein äußerst wichtiger Punkt, auch in den Momenten danach. Die Gedankenwelt von solchen unnötigen und zeitfressenden „Selbst-Fragen“ lösen. Ich gebe zu, das ist nicht immer so leicht umzusetzen. Aber ich persönlich habe eine Art gefunden, mit solchen Dingen in meinem Kopf umzugehen und denke mir dann stets:

„Ach komm, ist egal“, denn morgen ist ein neuer Tag und eine neue Möglichkeit frisch zu starten und weiterzumachen. Das war kein Cheat oder ähnliches, sondern Balsam für die Seele, Energie für das nächste Training und Kraft, für die bevorstehenden Fitnessstudio Besuche.

Ich tracke grundsätzlich keine Kalorien mehr, denn ich persönlich habe für mich herausgefunden, dass es mir mit dieser „Ungewissheit“ besser geht. Ich möchte in einem Eis-Becher keine 1000 Kalorien sehen oder in einem leckeren, frischen Burger die Grammanzahl des Fettes. Um ehrlich zu sein interessiert mich diese auch nicht. Diese Zahlen und Daten würden lediglich dazu führen, dass ich mich mit diesen eingangs zeitfressenden Selbst-Fragen aufhalte.

Ich finde, es sollte sich nicht um die Kalorienanzahl der aufgegessenen Schokolade oder dem leckeren Essen gestern Abend im Burgerladen drehen, sondern um DICH. Um dein Gefühl, in deiner Haut, dein Gefühl, wie du dich selbst im Spiegel anlächelst und nicht wegschaust. Jeder liebt Essen und eben auch Süßes oder „Verarbeitetes“. Ich befürworte Disziplin, denn damit lernst du dich selber kennen und erreichst deine Ziele – ob sportlich, beruflich oder körperlich. Doch: es sollte nicht zu Perfektionismus in allen Lebenslagen führen.

Schaue dir deine Vorbilder und Menschen, die du gerne magst und toll findest an: egal ob kräftigere Oberschenkel, eine kleine Brust, perfekte Bauchmuskeln oder doch 2 Kilo mehr. Was Menschen letztendlich fasziniert und das, was DICH ausmacht, ist PERSÖNLICHKEIT. Nicht ein perfekter Bauch macht dich aus, sondern dein Charakter, den du in dir trägst.