Arrow
Arrow
Slider

Persönlicher Flow │ Verantwortung übernehmen

Es ist Montag Morgen, lediglich durch mein offenes Küchenfenster zieht ein kalter Luftstrom und ich höre das monotone Ticken meiner kupferfarbenen Wanduhr. Zwar lediglich mit Schlafpullover bekleidet, dafür aber mit einer großen Tasse Kaffee bin ich gewappnet, mich meiner Woche und meinem vorangegangenen Blogpost zu stellen:

Jeden Tag begleiteten mich die Gedanken dahingehend, wie schwierig es manchmal ist, die innere Gefühlswelt mit dem eigenen Körperbewusstsein und folglich der eigenen Ausstrahlung in Einklang zu bringen. Sprich: den eigenen Flow in sich entspringen lassen und diesen ungehindert auch aussenden zu können. Denn:

ein positiver Flow lässt nicht nur die eigenen Augen leuchten, sondern die Begeisterung für sich selbst und das eigene Leben zieht auch neue positive Dinge an.

Diese Thematik wollte ich mir genauer ansehen und so gut durchschauen, dass ich im besten Fall die lehrreichsten Tipps über meine Tastatur gleiten lassen kann und ab sofort ein neues Leben beginnt. Das sagt man ja immer wieder so: ab morgen akzeptiere ich mich so wie ich bin, ab morgen esse ich nur noch gesund, ab morgen ist alles einfach und ich werde stets positiv durch die Welt gehen.

Man fühlt sich stark, voller Elan. Keine Wassereinlagerung, kein Pickel kann mich mehr stoppen ich bin ab sofort Die Verbindungsstelle zwischen Selbstwertgefühl und Ausstrahlung schlechthin.

So einfach ist das nicht! Da hilft auch nicht immer unmittelbar ein Instagram Foto, ein neues Paar Sport Schuhe oder eine neue völlig überteuerte Tagescreme. (Ich denke ihr Mädels wisst was ich meine, wenn man nach all dem Frust und Gedankeneinschlägen erst mal du dm muss. Egal ob man was braucht oder nicht, eine neue Pflegeserie von A-Z inklusive neuem Lippenbalm neben den bereits 50 existierenden ist immer drin)

So ein großes Vorhaben: Lösungsansätze finden, mit neuen Augen durch die Welt gehen – ich wollte diese Mission bestmöglich erfüllen. Doch ich empfand: Stress. Gar nicht mal rein beruflich oder auf die Zeit bezogen, sondern durch das Streben nach Perfektion, diese unsichtbare Verbindung in sich selbst textlich und inspirierend greifbar zu machen. Gesteckte Ziele und Zeiträume sind wunderbar, doch in diesem Punkt merkte ich, dass ich Kopflos war.

Jetzt, wo ich hier auf meiner Couch sitze und am Kaffee nippe, realisiere ich: ich war 10 Schritte voraus und ohne jegliche Orientierung. Ob das an den 2 Bechern Ben & Jerrys lag, die ich die letzten Tage neben Chips und Cornflakes vertilgte? War mein Verlangen nach Süßem so groß, weil ich mich selber nicht fühlte und hoffe damit Besserung zu ermöglichen?

Die Kraft der Gedanken reicht aus, um Siutationen von Entspannung im Körper auszulösen.

Natürlich hilft lächeln, natürlich hilft Sport und Bewegung doch der entscheidende Punkt war es zunächst nicht, mit Auswegen und Flüchten meinen Kopf auszuschalten, sondern: meine Gedanken, positiv als auch negativ festzuhalten und bewusst wahrzunehmen. Nicht gleich loszurennen und Dinge, die am eigenen Flow zehren mit Positivem überschütten. Ich war zu schnell, denn: ich musste Verantwortung übernehmen.

Menschliche Begegnungen, Emotionen und routinierte Tagesabläufe gaben mir in den letzten Wochen zeitweise das Gefühl, Opfer der Umstände zu sein. Ich verlor mein Gespür dafür, dass ich eigentlich der Kapitän meines Schiffes war!

Unsere Gedanken erschaffen die eigene Wirklichkeit – wir ziehen das an, was uns im Kopf vorgeht. Solch ausschlaggebender Impulse aus der eigenen Wirklichkeit, dabei wurde es einem selbst nie beigebracht, wie man damit umgehen soll.

Niemand kann dir ohne deine Zustimmung das Gefühl geben minderwertig zu sein

Als ich diesen Satz las, machte diese Thema „Verantwortung für sich selbst übernehmen“ einen ganz anderen Sinn. Denn ich hatte mich trotz mentaler Stärke in den vergangenen Wochen durch Pickel, Gewichtszunahme, unbefriedigendes Training und zwischenmenschliche Enttäuschungen zu einer Art Gefühl von Minderwertigkeit abzudriften. Da half auch nicht wie ich zunächst dachte ein Lachanfall oder ein täglicher Ingwershot. Denn das waren nur „Bekämpfungsmaßnahmen“.

Mein Ansatzpunkt war zu schnell und nicht richtig.

Beispiel:

Ich hatte in einem Konflikt jemand Anderem die Schuld für ein zwischenmenschliches Versagen gegeben. Dabei bin ich diejenige, die es überhaupt zu dieser Situation hat kommen lassen – eigentlich ganz einfach, aber dennoch wurde es mir erst jetzt so richtig bewusst.

Sprich: 5 Schritte zuvor denken, Gedanken lenken und : Selbstreflexion üben. Noch Bevor ich nun also am eigenen Flow, welcher ja schlussendlich recht weit am Ende kommt, arbeiten konnte, machte ich mir an diesem Sonntag Morgen bewusst, dass ich aus den Dingen, die in der Vergangenheit passierten schlussfolgern musste. Erkennen, Realisieren und Verantwortung dafür übernehmen, dass ich mich „falschen“ Dingen zu sehr geöffnet hatte und viel tiefer ansetzen muss, um nachhaltig den eigenen Flow am Ende dieser Reaktionskette positiv zu gestalten.

Wie setzt man wo an?

Noch bevor ich mich mit falschen Gedankengängen unglücklich stimme und mögliche Wunden behandeln muss, möchte ich den Entstehungsort dieser neu gestalten und meine Gedanken geschmückt mit bunten, farbigen Ballons abschicken. Um noch vor dem „Herumbasteln“ an der Verbindungsstelle des eigenen Flows und dem Abschicken meiner Gedanken das richtige „Bastelwerkzeug“ zuzulegen, habe ich eine Liste erstellt mit Dingen, die mir diese Woche – 5 Schritte zuvor- helfen sollen, dieses auszuwählen:

Richtiger Start in den Tag:

Noch bevor Gedanken meinen Tag beeinflussen und lenken, lasse ich sie nach dem erwachen mit positiven Dingen entstehen. Ich möchte nun morgens nach dem Aufstehen einen kurzen Spaziergang machen. Ohne Make-Up, Handy etc. Bewusst an der frischen Luft Nähe zu sich selbst spüren.

Analyse Inspirierender Eigenschaften Anderer 

In den kommenden Tagen mache ich mir eine Liste von Personen, die ich als inspirierend wahrnehme und deren charakteristische Eigenschaften ich schätze. Wie können diese Eigenschaften mein Leben bereichern? Diese schreibe ich mir auf Zettel und bringe sie an meinem Küchenschrank an, um darüber positiv nachzudenken und diese Eigenschaften in meinem Leben zu etablieren.

Handy Problem

Jeder kennt es, man erwischt sich dabei, wie man selbst am Abend während dem Essen oder vor dem zu Bett gehen in Social Media Kanälen scrollt und entweder stets mit dem Kopf schüttelt welche kuriosen Videos wieder einmal bei Facebook gepostet wurden oder welche Körperideale nu gefragt sind. „Zwar können wir uns nicht von der Technik befreien, doch wir sind durchaus in der Lage, Grenzen zu setzen, auch uns selbst. Man kann sich Sozialen Medien ausliefern oder man kann sich auf die Suche nach Momenten von Ruhe, Aufmerksamkeit und Reflexion begeben. Wir können uns mit dem Stress abfinden, den es bringt, stets verfügbar zu sein, oder wir können unsere eigenen Rhythmen Wieder einfordern.

 

Der Weg dahingehen Eigenverantwortung zu übernehmen besteht aus unzähligen kleinen Schritten und vor allem darin, nicht den Umständen Schuld zu geben, sondern sich selber zu hinterfragen und die Kontrolle über das eigene Leben zu schätzen. Nicht mehr und nicht weniger möchte ich mir in den kommenden Tagen bewusst machen. Und dann bin ich vielleicht bereit für den nächsten Schritt.

 

 

 

 

8 Replies to “Persönlicher Flow │ Verantwortung übernehmen”

  1. Liebe Karolin,
    das ist ein sehr schöner Text mit vielen wahren Worten. Ich finde es in der heutigen Zeit auch immer wieder schwer bei sich zu bleiben, sich nicht mit anderen zu vergleichen und seinen eigenen Rhytmus zu finden. Alles ist schnell lebig, vieles leider oberflächlich. Ich finde es schön, dass Du über solche Themen schreibst, das ist die Realität und nicht „Alles ist toll, mir gehts immer gut.“
    Ich freue mich über weitere inspirierende und nachdenkliche Texte von Dir!
    Julia

    1. Liebe Julia,

      ich danke dir von Herzen für deine lieben Zeilen und deine Zeit, den Blogbeitrag zu lesen. Dass du deine persönlichen Gedanken mit mir teilst finde ich toll, denn so merke auch ich, dass die Themen, mit denen ich mich befasse auch euch betreffen. Wie du es eben sagst, ist nicht immer alles toll und einfach. Den eigenen Rhythmus finden muss man sich sogeschen schließlich selber beibringen.

      Ich werde liebend gerne noch mehr Texte zu solchen Themen schreiben und hoffe, dich damit erreichen zu können.

      Alles Liebe für dich – deine Karolin

  2. Schöner Text Karolin,
    dem kann ich nur zustimmen und ich finde mich sehr gut in all deinen Gedanken und Erkenntnissen wieder. Der Weg die Kontrolle über sich selbst zurückzuerlangen und nicht anderen die Macht zu geben, einen in seinem SEIN zu beeinflussen, ist schwierig und man muss, wie du richtig sagst, sich kleine Schritte vornehmen, um das Ziel zu erreichen.
    Ich freue mich auf Freitag und glaube, dass du Jemand bist, der mich inspirieren kann! 🙂
    LG,
    Jule

    1. Liebe Jule,

      vielen Dank für dein so tolles Feedback zum Blogbeitrag. Es ist erstaunlich, wie viele sich von dieser Thematik angesprochen fühlen, dabei ist sie doch eigentlich so „einfach“. Wie zu oft überstürzt man sich selbst und verliert den Blick auf die eigenen kleinen Schritte. Ich freue mich sehr auf unser Date am Freitag und darauf dich kennenzulernen. Das wird toll und wir können uns gegenseitig inspirieren.

      Alles Liebe für dich und ich freue mich ebenso auf deine Postings und Texte auf Instagram.

      Deine Karolin

  3. Liebe Karolin,

    durch deine Instagramstory bin ich auf deinen Blogpost gekommen und finde deine Themen sehr inspirierend. Ich las gerne diesen Text mit deinen Gedankenauszügen, und sie machten mich ebenfalls nachdenklich. Wie oft nehmen wir uns Dinge vor, und verwerfen sie wieder, schieben die Schuld weg von uns selbst und lassen uns schleifen. Manchmal haben wir zu viel Erwartung an uns, und überstürzen unsere Vorhaben, dadurch kommt oft der ganze Alltag durcheinander und unser Seelenleben ist auch nicht mehr im Gleichgewicht. Wir sollten wohl einfach versuchen im Flow zu bleiben 🙂 Derzeit lese ich ein sehr interessantes Buch (The Magic), vielleicht kennst du es ? 🙂
    Vielen Dank für deine schönen Worte in diesem Post!

    Patricia 🙂

    1. Hallo liebe Patricia,

      wie schön, dass ich dich durch meine Insta Story an meinen Blogbeitrag heranführen konnte. Genau diese Punkte, die du nennst, haben auch mich viel beschäftigt. Man nimmt sich so viel vor und macht sich unendlich viel Druck „auf einmal“ alles Neu und Besser zu machen und dann verrennt man sich.
      Danke für deinen interessanten Buch-Tipp – das klingt spannend und ich werde es mir sehr gerne mal ansehen.

      Ich danke DIR für deine Zeit und dass du dir diese genommen hast, um mir so eine schöne Rückmeldung zu senden.

      Alles Liebe für dich und viele Grüße

      Karolin

  4. Liebe Karoline,
    vielen Dank für deine anregende Story. Deine Beiträge sprechen mich persönlich immer sehr an und die Themenauswahl finde ich sau gut!
    Das die eigene Denkweise einen großen Einfluss auf die Realität hat, dass kann ich ein Lied singen und zu 100% bestätigen.☺️ Deswegen versuche ich aufkommende Gedanken mit den folgenden Sätzen zu analysieren und so negative Gedankengut direkt auszusteuern und somit zu unterbinden:

    – STOP – STOP – STOP
    – Was geht hier eigentlich vor?
    – Ist dieses Gefühl jetzt nützlich, hilfreich und förderlich?
    – Brauche ich es?
    – Möchte ich mich auf dieses Gefühl einlassen?

    Ich finde diese Methode ganz hilfreich.

    Liebe Grüße aus Unterfranken.
    Peter

    1. Lieber Peter,

      ich bin grade sehr glücklich über deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass dir die Gedanken, die ich teile so zusagen und auch dich in deinem alltäglichen Leben ergreifen. Ich finde deine Sätze super interessant und eine tolle Methode, auch mein Handeln und Denken nochmal anders anzugehen.

      Ich wünsche dir noch einen wunderbaren Sonntag und wünsche dir morgen einen großartigen Start in die neue Woche.

      Liebste Grüße!

Schreibe einen Kommentar