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Wie RAOK und Freundlichkeit leben mein Leben verändert hat

So hatte ich an diesem Morgen die letzten getrockneten Pullover zusammengelegt, ein letztes Mal durchgesaugt und als ich mein frisch gespültes Besteck nun als „letzte Amtshandlung“ vor Abflug fein säuberlich in den Besteck-Kasten einsortierte, überkam mich dann endlich – 2 Tage vor Weihnachten- die jedes Jahr wiederkehrende Vorfreude auf zu Hause. Das richtige zu Hause, da wo man beim Brötchen Holen am alten Fahrschullehrer vorbei fährt. Da, wo man den Bürgersteig wiedererkennt, weil man ihn in der 4. Klasse jeden Morgen entlang lief und da, wo man bei der Ankunft mit als erstes in den Kühlschrank schaut und mit Mama einkaufen geht.

Noch Bevor ich die letzten Ladekabel und Weihnachtskarten in den Koffer packte, musste ich lächeln, denn schon jetzt freute ich mich auf eines der schönsten Gefühle, die ich seither kennengelernt habe:

Anderen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Mit Aufmerksamkeiten, Überraschungen aber auch Worten.

Losgelöst von Weihnachten, losgelöst von jeglichen Konsum-Geschenken und ewigen Schlangen an den Kaufhauskasse, hatte ich dieses Jahr nicht nur die Liebe zu selbstgemachten Geschenken wiederentdeckt, sondern jetzt, als sich das Jahr mit jeder Tasse Tee immer mehr dem Ende zuneigte festgestellt, wie schöner meine Welt durch „Miteinander“ ist. Denn, wenn ich eines in diesem Jahr so sehr ausgelebt habe wie noch nie, dann ist es

RAOK – Random Acts of Kindness 

Wann hast du zuletzt einfach mal so einen handgeschriebenen Brief versendet oder nach deinem Nachbarn eine Nettigkeit „einfach so“ in seinen Briefkasten gelegt? Ich meine, warum empfinden wir Weihnachten als eine so wunderschöne, liebevolle und familiäre Zeit? Weil wir zugegeben neben immer mehr und mehr materiellen Geschenken letztlich : zusammen sind. Uns Zeit füreinander nehmen, Freunde und Familie glücklich machen. Soziale Beziehungen zum Wachsen bringen.

Nun, als ich meine letzten kleine, goldenen Löffel einsortiert habe, kreisen meine Gedanken darum, dass in einer Welt, in der jeder nach oben strebt, sich verwirklichen möchte in fest strukturierten Abläufen mit wenig Zeit und noch so viel (Eigen)Verantwortung mit eines der schönsten Dinge immer mehr in Vergessenheit gerät und mittlerweile durch absatzinteressierte Einzelhandelsketten erst wieder ins Bewusstsein gerufen wird: ohne Verpflichtungen einander eine Freude machen. Nette Gesten einander schenken. Eigentlich sind wir doch mittlerweile so „frei“ in unserem Leben und zeitgleich sehne ich mich nach einem Rahmen, der diesem eine feste Bedeutung gibt. 

Es scheint mir, als haben wir es in der Gesamtheit nicht nur aus den Augen verloren, sondern ganz und gar verlernt Achtsamkeit und Zuwendung einander zu zeigen. Dabei können noch so kleine Wohltaten einen wahren Schneeball Effekt auslösen. 

Einen meiner Rahmen habe ich durch dieses Prinzip der Acts of Kindness gefunden. Zeit aufeinander zu achten – egal ob festlicher Anlass oder einfach nur ein neuer Montag – löst in mir Zuversicht und Optimismus aus! Anderen eine Freunde zu bereiten, macht das Umfeld nicht nur glücklicher, sondern schenkt mir im gleichen Atemzug unzählige Energieschübe, aus denen ich neue Kraft und Positivität schöpfe. 

Etwas Gutes für Andere zu tun ist wie eine Medizin, denn es fördert sie Selbstheilungskräfte. Freundlich zu sein stärkt und kreiert soziale Beziehungen, die sich auf unser ganzheitliches Wohlbefinden auslösen und: das Gefühl, dass das Leben etwas wert ist wird neu entfacht. Freundlichkeit ausstrahlen und leben -losgelöst von Weihnachten und Co. ist also nicht naiv oder zu gutgläubig.

Freundlichkeit macht dich selbst nicht nur fühlbar schöner, sondern:

RAOK – Random Acts of Kindness ist also nicht nur eine Beschreibung für eine „soziale Handlung“, sondern ein Lebensgefühl, welcher den Blick auf die Dinge grundlegend verändert. Mein Leben jeden Tag verändert. Random Acts of Kindness sind in jeglichen Lebensbereichen anwendbar: gegenüber Fremden, Kindern, Kollegen, Haustieren und nicht zuletzt dir selbst. Handlungen von Freundlichkeit können zum Beispiel sein:

  • Kollegen einfach mal einen motivierenden Post It da zu lassen
  • dem Sitznachbarn der letzten 6 Stationen in der Bahn einen schönen Tag zu wünschen
  • einem angeketteten Fahrrad eine Blume in den Fahrrad Korb zu legen
  • der Lieblingskassiererin ein paar selbstgemachte Kekse zu schenken
  • den Kollegen einfach mal zum Mittags Lunch einzuladen
  • eine Überraschungsnotiz in einem Buch der Bibliothek 
  • ein gelistet Bahnticket am Automaten liegen lassen

Erst kürzlich laß ich einen ganz wundervollen RAOK, welchen ich nun gerne in meinem Alltag einbauen möchte. Egal ob 2017 oder 2018. Ob Ostern oder Weihnachten: das nächste Mal zahle ich im Kaffee meiner Lieblingsecke in Hamburg einfach mal eine zweite Tasse für jemand andere. Ohne, dass er dies weiß. Alleine, der Gedanke daran lässt mein Herz schon jetzt erfreuen.

Es geht nicht um die 2 Euro, sondern darum, mit diesem Moment der Achtsamkeit und Freundlichkeit ein unsichtbares Geschenk zu machen und diesen Mitmenschen, als auch daraus resultierend mir selbst, ein positives inneres Lächeln zu schenken, aus dem – wer weiß- so viel größeres, herzlicheres und Schönes entstehen wird. Samen sähen um meine, deine und unsere Welt von Tag zu Tag noch bunter und farbenprächtiger zu machen.

Noch mehr tolle Ideen für deine „Samen“, deine kleinen Freundlichkeits-Geschenke findest du hier:

Random Acts of Kindness

Für eine bessere Welt

 

5 Replies to “Wie RAOK und Freundlichkeit leben mein Leben verändert hat”

  1. Karolin, fuer mich ist dieser post einer deiner besten. Einfach nur inspirierend. Fuer eine bessere Welt muessen wir bei uns, ganz klein, anfangen. Freundlichkeit und Zuvorkommenheit….die besten, menschlichen Charakterzuege. Wer sie nicht von Natur aus besitzt, sollte dran arbeiten. Anderen eine Freude zu bereiten (nicht materiell) ist die groesste, persoenliche Freude. Und resultiert in einem Gluecksgefuehl, welches dir Fluegel gibt.

    1. Guten Morgen meine liebe Tanja,

      ich freue mich, dass dir der Beitrag so gut gefällt das hätte ich gar nicht gedacht 🙂 Du beschreibst dieses Gefühl sehr gut und ich finde es manchmal schade, dass so viele sich von Angst vor Enttäuschung oder ähnlichem von diesen kleinen Gesten zurückhalten lassen.

      Für dich und deinen kleinen Hund noch eine tolle Weihnachtszeit und alles Liebe für dich.

      Deine Karolin

  2. Dank dir, Karolin! Ich freu mich schon auf Bilder von deinem Hund! 😘

    1. Liebe Tanja,

      ich hoffe, du bist gut in das neue Jahr gestartet und hast schön gefeiert. Der kleine Mucki ist nun da und ich werde bestimmt bald mal Fotos hochladen 🙂

      Allerliebste Grüße

      Karolin

  3. Liebe Karolin, du hast mir ein großes Lächeln ins Gesicht gezaubert mit diesen Worten. Danke, dass Du deine Gedanken mit uns teilst! Ich bin in meinem Leben zur Zeit etwas verloren, aber jedes Mal, wenn ich einen Beitrag von Dir lese, fühle ich mich nicht alleine, weil ich so viel nachempfinden kann wie du denkst! Deine Gedanken zu RAOK die schönsten, die ich in dieser Weihnachtszeit lesen durfte. Ich gehe gleich mal mein Briefpapier hervorkramen 🙂 Genieße den Tag noch!:) <3 und Danke!

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