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Zwischen Komfortzonen, Abenteuer und Kuschelpullover

Es war einer der Abende, an denen ich mit sperrigen Einkaufstüten in meine Haustüre fiel und einfach nur meine unbequeme, enge Hose gegen einen Kuschelpullover und Jogginghose eintauschen wollte. So wie gestern Abend. Und den Abend davor. Einfach „nichts tun“, auf der Couch liegen und vielleicht, ja vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben eine Dokumentation auf Netflix sehen.

Da fiel mir ein, Staubsaugen müsse ich auch dringend mal wieder, vielleicht den Kühlschrank auswischen. Oder doch meinen Alltag gleich völlig neu strukturieren?

Ich fühle mich wohl, hier in meiner wie man es nennt „Komfortzone“, doch gleichzeitig sehne ich mich nach persönlicher Weiterentwicklung. Manchmal setzt sie völlig unverhofft ein, ohne dass man mit ihr gerechnet hat ist sie einfach da.

Doch gibt es auch diese Phasen, in denen man diesem „Glück“ ein wenig auf die Sprünge helfen möchte.Nämlich dann, wenn man überlegt, das erst kürzlich neu gestaltete Badezimmer wieder mit einem Ikea Besuch neu zu gestalten – wie wäre es stattdessen, wenn ich mein Bad einfach Bad sein lasse und mit dieser Neustrukturierung bei mir selbst anfange?

Die eigene Komfort Zone verlassen, den eigenen Horizont erweitern. Einfach mal was Neues wagen – das klingt oftmals so einfach. Neue Gewohnheiten manifestieren oder sich einer Herausforderung stellen kann je nach Lebenslage ein großes Projekt werden. Gibt es überhaupt eine spürbare Abgrenzung zwischen meiner Komfortzone und aufregenden Abenteuern, die da draußen warten?

Warum sollte man diesen unsichtbaren, undefinierbaren „Fleck“ Komfortzone verlassen?

  • Erweiterung des eigenen Horizontes
  • Veränderung deines Charakters in neue Richtungen
  • Neue Erfahrungen = Erfolgserlebnis
  • Erfolgserlebnisse = glücklich sein, mehr Selbstvertrauen
  • Selbstvertrauen wiederum zeigt dir, welche Stärken du besitzt Dinge, die du dir ausmalst auch zu erreichen
  • weil erste Schritte aus der Komfortzone mutiger machen, bist du eher bereit, dich Ängsten zu stellen
  • und: du wirst diesen Kreislauf aus miteinander verbundenen Reaktionen schätzen und lieben lernen. Deine Schritte aus der Komfortzone heraus werden nicht nur leichter, sondern auch mehr und mehr. Dein Leben verändert sich

Noch während ich diese Punkte aufschreibe und sie mir mehr als einleuchtend erscheinen, so schwer atme ich beim darauf folgenden Schluck meines Joe and the Juice „Prince of Green“ aus. Klingt genau so einfach wie „sei einfach du selbst“. Dinge und Veränderungen, die sich dann im Alltag doch wieder anfühlen wie ein riesiger Berg, den man vielleicht doch besser nicht besteigt. Besser ist es, bevor ich möglicherweise stürze und mir die Knie aufschlage. Dabei kreisten meine gestrigen Gedanken doch noch so schön um dieses Gefühl, wenn der Schmerz beim Grenzen überwinden nachlässt. Möchte ich wirklich immer noch in diesen Bahnen verharren? Nein, ich sollte mich mit diesem Begriff Komfortzone und den unsichtbaren Einflüssen dieser auf mein Leben auseinandersetzen.

Veränderung? Ja! Aber vielleicht nicht so direkt. Angenehm soll es sein, aber gleichzeitig sehne ich mich nach dem Herzschlag angetrieben von purer Aufregung im Takt der persönlichen Erfolgserlebnissen.

 

Wie kann man sich also an diese Grenzen der Komfortzone herantasten?

Passanten mal nach dem Weg fragen – leichte Übung für „Einsteiger“

Wie wäre es, einfach mal die Uhrzeit bei Fremden zu erfragen? Ich bin mir sicher, es werden ausschließlich positive Reaktionen und folglich eine schöne Erfahrung mit dem Erkunden von Neuland entstehen. Man traut sich etwas zu. Nicht nur im Erfragen einer „einfachen“ Uhrzeit, sondern auch bei folgenden Angehen.

Ein Mikro Abenteuer erleben

Man muss nicht gleich als Backpacker nach Australien auswandern. Das wäre natürlich ein sehr mutiger und äußerst großer Schritt aus der Komfortzone hinaus, doch für uns Anfänger gäbe es beispielsweise die Idee von

  • Frühstücks Picknicks am See mit einer alten Freundin
  • U Bahn Linien nehmen, bis zur Endstation fahren und dann dort einmal spazieren gehen
  • lange wach bleiben und dann nach Mitternacht mit einer Freundin eine Nachtwanderung zu machen

Beim Erkunden neuer Orte entstehen nicht nur neue Ideen und Inspiration für Kreativität, sondern auch ein Gefühl dafür, dass dir etwas gelingt. Im Vordergrund steht also das eigene Weiterkommen und nicht „Fehler machen“. Das Gefühl von Weiterkommen lässt aus meinen Erfahrungen das Selbstvertrauen unheimlich schnell wachsen.

Sich einer Angst stellen

Das Verlassen der eigenen Komfortzone wird oftmals mit dem Gefühl von Angst verbunden. Angst, etwas nicht richtig zu machen. Angst, nicht mehr in das Gewohnte zurückkehren zu können.

Wie wäre es, wenn man übt Angst in Mut umzuwandeln?

Also stelle ich mich in der kommenden Woche einer Sache, die mir eigentlich Angst macht. Aber ich stelle mich ihr nicht, weil ich Angst habe, sondern weil ich … mutig sein möchte. 

Der frühe Vogel

die meisten Vorhaben scheitern gleich mit der täglichen „Morgenroutine“. Nochmal 5 Minuten länger liegen bleiben kann jeder. Um diese geschmiedeten Pläne auch in die Tat umzusetzen, heißt es nun einmal: 1 Woche lange 15 Minuten eher aufstehen. 

Nun stelle ich mir abschließend die Frage: Muss man eine Komfortzone gleich ganzheitlich verlassen? Was ist wenn man sie einfach erweitert? Nicht gleich in der „Kälte“ da draußen stehen, sondern sich eben fundiert Stück für Stück nach vorne tasten und sich in neuen Strukturen wohlfühlen. Ja, ich glaube diese Beschreibung sagt mir zu und ich bin bereit, meine Komfortzone mit Hilfe dieser kleinen Schritte deutlich auszuweiten. Angetrieben von dem Wunsch nach neuen Eindrücken, unbekannten Ecken, herzhaftem Lachen. 

6 Replies to “Zwischen Komfortzonen, Abenteuer und Kuschelpullover”

  1. Liebe Karolin,
    ich lese schon sehr lange Deinen Blog und bin ganz herzerfüllt wie authentisch und liebevoll Du Deine Worte und Gedanken mit uns teilst.
    Ich finde mich sehr in Deinen Texten wieder, mache mir ähnliche Gedanken und habe wie Du die Vision von positive mind and body für ein erfülltes Leben.
    Mit Deinem neuen Text sprichst Du mir so sehr aus der Seele, wie oft denke ich neu zu starten, alte Gewohnheiten abzulegen, mich von außen zu betrachten als Beobachter und mich anschließend einfach neu zu resetten…aber wie?wo ist der rote Button, den ich bediene wie in einem science fiction movie…wo ist die Kapsel, in die ich mich hineinstelle und als neue Sonja herauskomme.
    Ich glaube du weißt was ich meine: -).
    LG Deine Sonja

    1. Liebe Sonja,

      vielen Dank für dein so herzliches Feedback und deine Zeilen … es freut mich wirklich sehr, dass du dich in den Zeilen wieder gefunden hast und dir diese so gut gefallen. Auch mir fällt es wie so oft schwer, auch wenn ich total verstehe und sehe, wo man hingehen muss bzw. sollte. Doch ich glaube, Erkenntnisse sind der erste Schritt. Es wird nich von heute auf morgen passieren aber wenn wir einfach nur „anfangen“ so glaube ich, sind wir dem „neuen“ ich schon deutlich näher.

      Alles Liebe für dich Sonja und viele Grüße aus Hamburg – deine Karolin

  2. Liebe Karolin, Ich folge dir auf Instagram, deine natürliche Ausstrahlung, deine Texte und das Thema Sport sprechen mich sehr an. Und deine Gedanken erinnern mich an „früher“. Ich bin 36, also vermutlich mindestens 10Jahre älter als du.
    Jetzt komme ich mir richtig alt vor, wenn ich schon weise Tipps gebe 😀
    Ich denke, es hat alles seine Zeit. Entwicklungsschritte kommen von alleine. Man wird mit den Jahren immer selbstbewusster. Die Zeit im Job oder Familiengründung, jede Lebenserfahrung „hinterlässt ja Spuren“, im positiven Sinne. Mit 25 grübelt man eventuell tatsächlich noch über diverse Dinge nach, das hat vermutlich auch irgendwie seinen Zweck, weil man sich sucht. Man hat meist auch viel Zeit, weil man nur die Verantwortung für sich selbst hat und man seinen Fokus sehr auf sich selbst gerichtet hat. Ebenfalls im positiven Sinne. Man beobachtet sich sehr stark und wertet so viel, denke (zu) viel nach.
    Mit 35 reist man dann tatsächlich nach Australien, fragt nicht nur einen Passanten nach der Uhrzeit, sondern fragt sich in einem tropischen kleinen Ort mit 2 Kindern an der Hand durch.
    Du wirst sehen, man wächst an seinen Herausforderungen. Wenn man Verantwortung für andere hat und der Alltag einen anderen Modus hat, wird sich das Leben automatisch ändern.
    Diese Komfortzone verändert sich im Leben doch sowieso, mit allem, was es mit sich bringt.

    1. Guten Abend liebe „D“ 🙂

      du hast es erfasst : du bist fast genau 10 Jahre älter als ich und somit natürlich auch an einigen Lebenserfahrungen reicher. Ich freue mich, dass du trotz deiner anderen Altersgruppe ein Teil von Instagram und Co. bist und wir auf diesem Weg zueinander gefunden haben sozusagen. Es ehrt mich sehr, dass du meine Inhalte liest und dir sogar Zeit nimmst, mir so ein ausführliches Feedback zu geben. Ich erfreue mich total an dem Teilen deiner Erfahrungen und es stimmt mich mehr als positiv. Ich bin sehr gespannt, welche Herausforderungen das eigen Ich noch zukünftig formen werden und hoffe ebenso, dich weiterhin ein Stück weit „erreichen“ / inspirieren zu können.

      Viele liebe Grüße

      Karolin

  3. Wer spricht denn da ..?
    Sehr umsichtig gesprochen und doch mit viel Inhalt,
    sehr gut formuliert mein Respekt an “ No Name November 29, 2017 bei 12:49 pm“
    Thorben

    1. Danke Papa … <3

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