Und zwischen den lauten Straßengeräuschen inmitten der stickig-heißen Stadt versuchte ich mit der schweren Einkaufstüte über dem Unterarm hektisch meine sich mittlerweile wieder unendlich stapelnden Kassenbelege sicher zu verstauen – begleitet von den aufflammenden Gedanken, mich noch um die Steuer zu kümmern, meine Order zu beschriften und überhaupt endlich mal Ordnung in mein aktuell chaotischen Leben zu bringen.

Selbst nachdem die erklungene Haustüre ins Schloss gefallen ist, so suchen sich diese unerledigten Aufgaben ihren Weg durch das Schlüsselloch und steigen an der Decke meiner Wohnung empor. Unbedacht verräume ich die Einkäufe unter dem kahlen Kühlschranklicht und mit einem knurren im Magen und meinem sich auflösenden Zopf suche ich nicht nach einer anderen Stimme oder den Hausschuhen, sondern: meiner Eigenmotivation.

Es schien mir, als überdeckte das Rauschen anderer Meinungen mein zu Hause, suchte sich seinen Weg bis zu meinen Haarspitzen und selbst mein wechseln meines Sommershirts, konnte ich sie nicht abstreifen. 

Wie und Wo finde ich eine Möglichkeit, zu hören, was wirklich in mir vorgeht?

Ein wenig müde vom nahen Kontakt mit stetigen Erwartungen Anderer, ließ ich mich mit einem leichten Seufzer auf meiner Couch in der Roségold-Farbenen Decke nieder und war nicht allein: lautes Geplänkel, flüsternde Stimmen – ein reger Austausch der „Meinung der Anderen“ und dem unsichtbaren und doch so schwerwiegenden inneren Kritiker

Moment Mal, Kollege?! Sind wir nicht ein Team? Was haben diese „Dramatisierung“ und „Verdrängung“ hier verloren? Schlägt mein Herz vor Kontaktfreudigkeit mit mir selbst oder ist es die Angst, mein Weltbild zu verlieren und überhaupt meine seit Kindesbeinen an erarbeitete Fassung zu verlieren?

Die Kritik der letzten Wochen zerrte an meinen Kräften. Ich konnte laufen. Schneller, als manch ein Anderer. Doch was mich nun hier in diesem Moment wirklich in die Knie zwang, war die äußerliche, als auch innerliche stetige Konfrontation meines Selbstbildes. Das immer wieder neue Ausloten dieses auf den Spielfeldern wie Beruf, Sport und Umfeld.

War Intellektualisierung die Lösung? Meine Emotionen durch Denken zu zügeln? – sicherlich nicht, denn so hätte ich jegliche noch lodernde Funken meiner Authentizität ausgelöscht und inmitten der eintretenden Dunkelheit würde ich mich nun fragen:

Mit welchem Bein stehe ich als erstes wieder auf? Gegenwehr, meiner Aufrechterhaltung des Weltbildes oder berührte ich das komplexe Feld von Abwehrmechanismen? Ich konnte es nicht zuordnen, bis auf das Gefühl, welches mir wie ein Kloß im Hals saß und nicht so richtig hinunterrutschen wollte, wie in den Monaten davor: 

Ein kratziges, leicht brennendes Problem, welches ich im nächsten Moment als Lösungsansatz mit einem großen Glas Wasser hinunterspülen wollte. Doch was ist das eigentlich, ein Problem? Ich meine, egal ob im Dialog mit der besten Freundin oder einer Auseinandersetzung mit dem Kollegen:

wie oft hechten wir der erlösenden Lösung hinterher, ohne zu verstehen, was das Problem eigentlich ist? 

Dann ist mein wohlmöglich ein Lösungsfinder, ein besonders guter, doch der Grundkern des Übeltäters, des Problems, ist oftmals nicht verstanden. „Koordinierter Lösungsprozess“ klingt zusätzlich zum Problem nochmals wie die kompliziertere Variante, doch im Grunde genommen genau der Kurs, welcher den Wind vielleicht aus den Segeln nimmt, die wärmenden Sonnenstrahlen wieder an mein Herz lässt und das eigene Lächeln unter dem Lied von Eigenmotivation mit Zuversicht und einem Hauch Leichtigkeit erklingen lässt:

Und nachdem ich diesen Button „hochladen“ gedrückt hatte und den letzten Punkt eigentlich schon gesetzt hatte, so musste ich kurz lächeln, weil nachdem ich nun bildlich gesprochen auf dem ruhigen See meiner aktuellen Lage dahin trieb, verlor das Wort „Problem“ ein Stück weit Negativität und gewann im gleichen Augenblick an Vielseitigkeit. 

Vielleicht sind Probleme dazu da, um auch mal zu endschleunigen, um nicht direkt in Diskussion mit dem Gegenüber zu gehen, sondern sich mit dem eigenen Gemüt und Gesprächspartner zusammenzutun. Zu knobeln, rätseln – ohne Gewinner. Dafür mir neuen Erkenntnissen über sich selbst #karolinsmoment

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