Und plötzlich sind sie weg – Menschen, bei deren Blick in die Augen oder das Einatmen ihres Geruchs „zu Hause“ war.  Dabei erinnert man sich noch so gut an die kleine Sommersprosse über der Lippe oder die winzigen Linien der Hautfalten, die sich über den kleinen Finger zogen.

Das Gefühl, Momente auch ohne Worte, lautlos glücklich zu verbringen.

Abwendung, Trennung oder Unstimmigkeiten sind einige der unzähligen Gründe, warum Menschen plötzlich nicht mehr in unserem täglichen Leben sind. Mittlerweile scheint es manchmal auch die fehlende Bereitschaft zu einem Gespräch zu sein, in welchem man sich offen und ehrlich mitteilt.

Die schlimmsten Abgänge

sind die, die wortlos passieren, regelrecht über Nacht und am nächsten Morgen dreht sich die Welt plötzlich in eine andere Richtung. Ohne, dass man selber gefragt wurde, heißt es plötzlich: Umsatteln , die Segel neu setzen, einen anderen Kurs aufnehmen. Dabei möchte man eigentlich weinen oder reden oder nachdenken. Wie heißt so schön:  „Das Leben geht weiter“, „Morgen ist ein neuer Tag“. Aber Moment mal, ich wollte doch, also ich dachte ich …

Gehen lassen

ist eines der schwierigsten Dinge, die man nach meiner Erfahrung lernen muss – besonders, wenn es kein bahnbrechendes Ereignis gab und ein Kontakt zu einem eins nahestehenden Menschen regelrecht im Sande verläuft. Bewusst sage ich „muss“ denn Wegdrehen und aus dem Weg gehen ist zwar einfach und erspart den Ein oder Anderen schmerzhaften Moment, doch es bringt dich letzten Endes nicht an den Ort, welchen Lebenserfahrung dir zeigen möchte: nämlich zu dir. Und das in zweierlei Hinsicht:

Zunächst mal erfordert diese Art der Verabschiedung in der Lage sein, sich selbst aufzufangen und schwimmen zu lernen in dem Meer von möglicherweise unbeantworteten Fragen und tausender, tobender Gedanken von Selbstzweifeln. Ja, das Wasser kann ganz schön kalt sein doch ich persönlich habe bisher gelernt, dass Erstarrten und auf Hilfe warten nicht unbedingt die richtigen Alternativen ist. Schwimmen lernen, überleben lernen – wissen, wie man zu sich findet und nicht nur kraftvoll bis zum nächsten Ufer schwimmt, sondern erhobenen Hauptes wieder die Zügel aufnimmt auf dem Weg zu Selbstreflexion und vielleicht auch dem ein oder anderen Reframing.

Natürlich denkt man im ersten Moment des Realisieren der Fehler läge bei sich selbst und durchdenkt tausende Wege und Umwege, was man hätte anders oder besser machen können. Für einen Moment lang ist das auch in Ordnung, schließlich sollte man konstruktive Kritik verbal und nonverbal aufnehmen und Selbstkritik üben, doch was mir geholfen hat, Selbstkritik und Selbstzweifel abzuwägen.

Manchmal werde ich von jetzt auf gleich traurig, denn dann zweifle ich daran, wem man überhaupt noch vertrauen kann. Wer ein Freund ist und wer sich nur auf die Pirsch nach wichtigen Informationen macht. Ich glaube, man kann solche Beziehungen ganz gut antesten, denn eine jede Beziehung, sei es freundschaftlich oder mit einem Partner besteht aus einer möglichst ausgeglichenen Balance aus Geben & Nehmen. Helfe ich, Gebe ich – so erhalte ich Wertschätzung, indem mein Gegenüber mir ebenso etwas zurückgibt. Ich weiß nicht, ob es die Lösung ist, doch wenn man hier gleich zu Beginn aufmerksam ist und auf Disbalancen achtet, könnte man eine „falsche Freundschaft“ vielleicht schneller erkennen. 

Nicht immer sind Menschen auf der gleichen mentalen und emotionalen Ebene, dann passt es einfach nicht. Anfangs habe ich den Fehler gemacht, vieles auf mich selbst zu projezieren und den Fehler bei mir zu Suchen. Doch im nächsten Schritt ist es hilfreich mit einer vertrauten Person einmal die Emotionen aus der Angelegenheit rauszunehmen und zu erörtern, ob man möglicherweise im Bereich des Realistisch-Seins noch dazu lernen muss.Denn so gerne man träumt und bei manch einer Begegnung schon gedankliche Ideen spinnt, hilft eine gesunde Prise Realismus und sich diesen immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen zu holen.

Jeder hat etwas, was ihn antreibt

Du hast schon viel erlebt, geweint und gelacht – und genau so vieles liegt noch vor dir! Es wird unzählige Menschen geben auf die du triffst, die kommen und gehen – und ganz sicher auch bei dir bleiben. Ein Mensch, eine Persönlichkeit wird dich immer durch die Täler und Berge deiner Reise begleiten und das bist du selbst. In der Hektik und so schnellen Vergänglichkeit unserer heutigen Zeit, in der alles schnell austauschbar und scheinbar ersetzbar ist, verlieren viele das Gefühl für sich selbst und verpassen, sich selbst wirklich kennenzulernen und daraus Kraft und Energie zu schöpfen.

Finde deinen Weg dich kennenzulernen, dich zu entdecken. Nimm´ dir die Zeit herauszufinden, was dich antreibt, dich berührt und inspiriert. Du wirst dadurch ganz nah bei dir selbst sein, dich schätzen und Selbstvertrauen daraus gewinnen. Ein Schritt nach dem Anderen, Tag für Tag, Erfahrung für Erfahrung.

Deine Zeit ist jetzt.

Meine liebe Bekannte Laura von thebossway_de hat zum ähnlichen Thema auch einen Beitrag geschrieben, welcher die 5 Strategien zeigt, die du auch in einer eingangs beschriebenen Situation anwenden kannst.

Hier kannst du den Beitrag lesen

 

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