previous arrow
next arrow
Slider

Der Geruch von Struktur

Ich möchte mich verändern, doch ich weiß nicht wo ich anfangen soll – kennst du diesen Zustand?  

Manchmal schwirren so viele wirre Gedanken umher. Man trägt sie bei sich unter der Herbstjacke, an der roten Ampel auf dem Beifahrersitz. Warten auf der linken Schulter beim Aufschließen der Wohnungstüre oder sie prasselt am Abend beim Duschen den Abschluss hinunter.

Manchmal ähnlich wie ein Wollknäul aus hunderter bunter Fäden, ein schönes, wahrscheinlich kreatives Chaos und dennoch ist weder ein Anfang noch ein Ende in Sicht um Geradlinigkeit und Ordnung zu finden, die mir die Sicherheit gibt, etwas geschafft zu haben. Dem Leben eine Gradlinigkeit zu geben, an der sich das Chaos orientiert und beruhigt.

Veränderung – wie oft verspüren wir den Drang danach, etwas zu verändern. Ob an uns selbst oder der Situation. Dann denkt man nach. Stunden-, Wochen- ja teils Monatelang und hofft auf diesen einen Gedanken. Die Erlösung und der Einfall, der ganz genau verrät, wo man einfach anfangen soll. Dann steht da diese Idee im Raum, die alle weiteren Türen und Tore eröffnet und es einfach läuft. Es plötzlich unverhofft leicht wird.

Ich glaube die Veränderung, was „Anderes“, was man sich als Richtung, als Vorhaben in den Kopf gesetzt hat, entsteht nicht einfach so und größtenteils auch nicht von heute auf morgen.

Aber wo vielmehr : wie fängt man an?

Eine kurze, sehr schöne Geschichte

Eine junge Frau Mitte 20 hatte eine neue Wohnung erstanden. Die Lage war gut, genau das Viertel, von welchem sie seit Monaten träumte.  doch der Zustand ähnelte einer Katastrophe. Dennoch wurde sie innerlich trotz buntem Wollknäul von etwas getrieben:

Die Idee, vielmehr der innere Wunsch ein neues zu Hause, in welchem sie sich wohl fühlen würde. Und so begann sie, Tag für Tag darauf hin zu arbeiten. Sie begann zu streichen, ein schickes Sofa auszusuchen. Nach und nach füllte sich die einst so lieblos erscheinende und kahle Wohnung nicht nur mit Farben und Materiellem, sondern vor allem mit ihrer Persönlichkeit. Es gab also trotz Pinterest inspirationen und Ikea Katalogen kein genaues Abbild, welches sie erzielte – vielmehr war es ein Gefühl. Und der Gedanke daran, dieses bestimmte Gefühl zu erreichen ließ sie bis heute weitermachen. Mittlerweile ist sie jedes Mal wenn sie die Tür aufschließt: glücklich. Stolz. Ein Erfolgserlebnis, was sie sich alleine aus eigenen Stücken erschaffen hat und: lebt. Sie lebt förmlich darin.

Ich glaube, wenn man diese Geschichte so in den Gedanken zergehen lässt., scheint es doch ganz einfach zu erfahren wie und wo Veränderung passiert. Nicht der Gedanke an den Wunsch nach „Ich möchte etwas verändern“ wird eine Lösung bringen, sondern noch vor den ganzen -möglich eintretenden- Schritten, die man im Kopf bereits weiter denkt – gesünder leben, Umzug in eine neue Stadt, neuer Freundeskreis, endlich mehr meine Meinung äußern – sollte man sich bewusst machen:

Wie fühlt sich mein Leben an? Welche Emotionen möchte ich am Morgen in meinen weißen Bettlaken immer wieder vorfinden? Wofür möchte ich beim täglichen Tagebuch schreiben Dankbar sein? Welchen Geruch soll mein Shirt vom Vorabend beim Überstreifen mit sich tragen?

Bevor man dieses Wollknäul also hektisch und getrieben von Ordnungswahn aufrollt, ja, vielleicht ist es „schöner“ sich vorher zu überlegen, in welche Form man es mit welchen Farben legen möchte. Welche Fäden man weglässt oder welche Stränge durch einen Doppelknoten miteinander verbunden sein sollten

Vor allem Neuen, vor Veränderung kommt:

Bewusstsein

Bewusstsein für dich selbst, deine Fähigkeiten, dein Vertrauen. Nicht nur in dich selbst, sondern in dein Leben. Bewusste Investitionen in dich, dein Fundament. In Form von Bewegung, Ernährung, Büchern, Unternehmungen. Bewusstsein dafür, wie dein Leben aussehen soll und: wie du es gestalten möchtest.

Wie soll mein Leben aussehen?

Idee:

Schreibe doch mal einen Traum-Tagesablauf als kleine Geschichte. Träumen darfst und sollst du. Schau doch nur mal, wie sehr dich diese Aufgabe nicht nur träumen lässt, sondern dir ganz von selbst neue Inspiration schenkt.

 

Richtungen

Richtungen sind meine Ableitung von „Zielen“. Ich finde dieses Wort klingt so sanft, offen und trotz Perspektive nach Flexibilität. Richtungen sind Farben, die man sich wie beim Ausmalen nach Vorlieben gemischt mit Intuition vornimmt. Deine ganz eigene Art mit ihnen zu malen und das letztlich entstehende Kunstwerk –keiner weiß wie es genau aussehen wird- wird dich mit Emotionen füllen aus denen wiederum neues entsteht.

 

Deshalb sagt man also : Male dir deine Träume aus …

 

So begann ich diesen Tag – mit mir selbst! Bei wundersamen bunten Farben während des Sonnenaufgangs und war voll und ganz: in diesem Moment. In den verangenen Tagen hatte ich nichts getan, außer mit mir selbst zu sein … Selbst wenn die Tage lang waren, gefüllt mit Arbeit bis unter beide Arme und dem Gefühl, am Ende des Tages nichts „geschafft“ zu haben. Dafür war ich etwas anderes, was keine Struktur brauchte: Präsent in jedem Augenblick. Bei meinem Juice bei Joe and the Juice

Da will man so viel verändern, besser machen, neu gestalten und lebt mit jeglichen Vorhaben schon weit, weit in der Zukunft ohne dabei zu merken, dass der eigenen Mitte der Treibstoff für Morgen fehlt:
die Augenblicke zwischen den Zeilen. Zwischen Terminen und jene, die in kein festes Konzept passen.
Intuitiv wahrgenommen, mir reiner Vorfreude auf das Hier & Jetzt, still schreienden Lächeln, Hand in Hand, Sommersprossen zählen, unausgesprochene Worte teilen, vertraute Gerüche, Verbundenheit, zu Hause.

Der Geruch von Struktur – Es war der Tag, an welchem ich unverhofft zwischen der edlen Einkaufsstraße und Plänen für die neue Wohnung einen Duft entdeckte, welcher mir unverhofft das Gefühl von Veränderung schenkte. Er war weder greifbar noch sichtbar doch in diesem kurzen Augenblick, in welchem ich ihn immer wieder tief einatmete, so schöpfte ich Kraft und das beruhigende Gefühl von Struktur und Gelingen und verankerte diese Begegnung tief in dem noch herrschenden inneren Chaos von Zeitdruck und unerledigten Aufgaben. 

So mancher Anfang, erster Schritt zu Veränderung ist nicht immer eine greifbare Zahl oder durchgeplanter Tagesablauf, sondern ein impulsiver Moment, welcher innerliche Blockaden zerfallen lässt und den Kraftstoff für Morgen, Übermorgen und „alles was kommt“ bildet.

 

 

3 Replies to “Der Geruch von Struktur”

  1. Liebe Karolin!
    Danke für diesen inspirierenden Text. Du fügst die Worte immer ganz wundervoll zusammen und am Ende ergeben sie eine wunderbare Geschichte. Ich werde versuchen deine Impulse im Hinterkopf abzuspeichern und auch auszuprobieren 😊
    Hab einen zauberhaften Tag! 💕
    Patricia

    1. Liebste Patricia,

      vielen Dank für deine immer so positiven Rückmeldungen und Zuspruch – das macht mich total happy und ich bekomme dadurch schon wieder neue Ideen.

      Alles liebe für dich und ein tolles Wochenende.

      deine Karo <3

  2. Liebe Karolin, wie immer sehr inspirierend und aktuell wirklich tolle Anstöße, sich für Veränderungen und neue Wege zu öffnen und einen Weg dahin zu finden.
    Vielen Dank für deine täglichen wahren Worte.

    Alles liebe, fühl dich aus Flensburg gedrückt,
    Lena

Schreibe einen Kommentar