Anzeige, unbezahlt – Was will ich im Leben eigentlich? – Puh, gute Frage auf die ich aktuell noch immer keine Antwort habe. Macht mir das Sorgen? Ja. Versuche ich Antworten zu finden? Ja. Dabei gibt es wahrscheinlich nicht die eine Antwort. Lange Zeit habe ich mich vor der Einsicht gedrückt. Denkfehler begangen wie

  • Schwarz-Weiß Denken 
  • Dichotomes Denken 
  • Katastrophisieren

Es fiel mir schon immer schwer seit Schulzeiten, diese Frage : „Was möchtest du mal machen?“ zu beantworten und all´ das im Endeffekt „nur“ weil, ich es Anderen die dies im Gegensatz zu mir beantworten konnten gleichtun wollte, ohne auf meine innere Stimme zu hören. Denn manchmal wissen wir beide es, meine innere Stimme und ich. Manchmal nicht. Verwirrend. Manchmal beunruhigend.

Manchmal brenne ich für etwas lichterloh und bin von Zukunfts-Vorstellungen angetrieben, kaum aufzuhalten und sobald das Gefühl da ist – das Gefühl diesen Zustand von: „genau das wollte ich“-  dann verpasse ich den Moment es wahrzunehmen. Klingt irgendwie bescheuert.

Karolin,das ist doch genau das was du immer wolltest

Dieser Satz klebt seit Tagen an meinen Lippen wie das Salz aus den stürmischen Windböhen in Marbella.

Ich finde es als junger Mensch, heranwachsende Frau aber auch Anfang 30-Jährige, die im Leben steht immer noch schwer, greifen und begreifen zu können, was ich im Leben wirklich will. Ich weiß es nicht. Noch nicht. Vielleicht kommt das noch.

Ganz schön anstrengend diese Auseinandersetzungen mit Normen und Wertvorgaben der Umwelt. Alle diese Entscheidungen, die man treffen möchte, muss, soll, könnte:

  • Berufswahl
  • Partner 
  • Gestaltung des Lebens 
  • Religion
  • usw.

Früher 

Habe ich in der Annahme gelebt, dass irgendwann eines Tages Etwas entdecke, völlig unverhofft und dann fällt es mir wie Schuppen von den Augen. „Ja, genau das ist es!“ Und dann ebnen sich alle Wege

Ich glaube so ist es nicht.

Die Frage nach dem : was möchte ich eigentlich – ist für Außenstehende ein unsichtbarer Kampf, eine gefühlte Schwäche, die man plötzlich spürt und man versucht händeringend Antworten zu finden. Aber wo auch, weil man weiß ja nichts, hat nichts konkretes zu greifen. Weder was man will noch warum und wohin .

Die Zeit rennt mir davon und während Schulfreunde aus Abitur Zeiten schon das 2. Kind erwarten im eigenst gebauten Haus, überlege ich, trete gefühlt auf der Stelle. Aber vielleicht genieße ich auch einfach aktuell den Moment.

Ich weiß es nicht was ich möchte. Schön seit einiger Zeit nicht. Ich habe Sachen ausprobiert, Ausbildungen angefangen, Studien abgebrochen (ich habe mal Deutsch & Englisch auf Lehramt studiert). Eine erste Berufung gefunden, die mir einen sicheren Ast bietet und eine Selbständigkeit aufgebaut. Einfach so. Das ist auch was was ich immer wollte. Eigentlich ein ganz schönes Stück bemerke ich soeben.

Das Bewusstsein von der Endlichkeit des Lebens macht uns die verbleibende Zeit kostbar

Und vielleicht habe ich auf die Frage keine Antwort, doch was ich habe, in der Zeit in der ich unter Druck nach Antworten und „es Recht machen“ suchte, hab ich abseits einer Antwort eines gefunden : Fähigkeiten, Facetten in mir die mir möglicherweise auf einem klareren Weg nicht begegnet wären.

Das Leben an sich ist frei von Definitionen 

Doch wie findet man heraus was man wirklich möchte ? 

Ich glaube, dass es nicht nur diese eine Antwort gibt, sondern viel mehr eine Art Gemütszustand durchflutet von Emotionen in den man sich hinein begibt. Natürlich hat es auch etwas mit ausprobieren zu tun, Möglichkeiten, Berufe oder Wege kennenlernen aber auch ein Ausloten seiner selbst.

Auch wenn es sehr spirituell klingt, so glaube ich fest daran, dass es gar keiner wirklichen Suche oder Ausarbeitung bedarf, sondern ein Bewusstseinszustand, welchen man wenn die Zeit reif ist erreicht? Und das ist normal bei jedem unterschiedlich – abhängig von äußeren Faktoren wie Freundeskreis, Familie und innerlichen Impulsen. Vielleicht geht es also eher darum, sich selber den Druck zu nehmen. Keine Antwort auf diese Frage parat zu haben, es definieren zu können, weil:

Das Leben an sich ist frei von Definitionen 

In jedem von uns ist Tiefe Angst sich selber nicht definieren zu können. Aber wenn wir uns definieren, sind wir dann noch wir selbst mit offenem Herzen? 

Was würdest du tun wenn du noch x Tage zu Leben hättest ?

Warum tust du es nicht jetzt ?

 

Im Café aus meiner Story habe ich folgende Anleitung / Inspiration gefunden, die mir und dir vielleicht helfen kann ein weniger „kreativer den Lebensweg zu betrachten“:

Viel Spaß beim Ausarbeiten und Ich-Zeit genießen 🙂 Beachte auch den enthaltenen Buchtipp, welcher für mich spannend klingt. Ich habe es schon mal rausgesucht.

Quelle: Psychologie Heute, Heft 50, Seite 92

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4 Comments

  1. Greta Juli 11, 2019 at 9:17 pm

    Liebe Karolin,
    schon wieder kann ich mich in deinen Gedanken so so wieder erkennen. Auch wenn ich ein ganz bisschen jünger bin als du, fühle ich mich genau gleich.
    Ich habe meine Lebenslinie auch schon mal komplett gemalt. Das war wirklich spannend!
    Kennst du Laura Malina Seiler? Ich glaube, sie wäre wunderbar für dich und ich glaube, du könntest viel mit ihr anfangen.
    Witzigerweise studiere ich auch gerade Deutsch und Sport auf Lehramt. Ich hab das Gefühl, dass es nicht „das “ ist. Aber ich weiß auch nicht so genau, was ich denn wirklich will. Wenn ich das wüsste, würde ich sofort dahin losrennen. Aber ich weiß es einfach nicht. Und deshalb hoffe ich einfach, dass mein Weg einfach genauso so gut ist, wie er jetzt eben ist.
    Neulich habe ich gelesen, dass ich die Frage: Was willst du werden? umändern soll in: Was willst du als erstes werden?. Das gefällt mir viel besser. Dass ich nicht nur das eine werden kann. Dass ich nicht jetzt wissen muss, was das eine richtige für mich ist.
    Ich liebe deine Texte.
    Ganz liebe Grüße
    Greta

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    1. Karolin Pilz Juli 15, 2019 at 10:29 am

      Liebe Greta,

      mit ein wenig Verspätung antworte ich nun endlich auf deinen so herzlichen Kommentar und möchte mich zunächst einmal bei dir bedanken! Deine Herangehensweise mit dem Satz: Was möchtest du als 1. werden finde ich ganz besonders schön und auch das inspiriert mich sehr. Für deinen Weg wünsche ich dir von Herzen alles Liebe und ich freue mich auf den weiteren Austausch. Herzensgrüße von deiner Karo

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  2. Janina August 16, 2019 at 8:57 pm

    Liebe Karolin,
    diesen Text von Dir mag ich besonders, da er mir total aus der Seele spricht, auch wenn ich genau dieses Leben führe, nachdem du dich „sehnst“ (verheiratet, 2 Kinder, Eigenheim, größer Garten, gut bezahlter Job) bzw. von dem du denkst, es dir zu wünschen, quälen mich die gleichen Gedanken.. Ich glaube im Fach-Jargon unter den Psychologen wird es liebevoll „Quarterlife Crisis“ genannt.. 😉
    Manchmal fühle ich mich richtig wohl und möchte auch hoch motiviert an meinem jetzigen Leben weiterarbeiten, allerdings überkommen mich auch viel zu oft Gedanken und Wünsche, die ich gern alleine erledigen möchte – da fühle ich mich oft auch mies, weil ich etwas ohne meinen Partner oder ohne meine Kinder machen möchte. Wobei solche Momente auch wichtig sind, um wieder ganz viel Kraft „in die Routine“ stecken zu können. (- guter Übergang zu deinem neusten Beitrag „Routine-Langeweile-Kreativität“) 😉
    Danke auf jeden Fall immer wieder für deine Worte – sie stärken mich irgendwie! – Fühl dich gedrückt!!
    Janina

    Reply
    1. Karolin Pilz August 17, 2019 at 1:35 pm

      Liebe Janina,

      ganz, ganz herzlichen Dank für deine Zeilen und deine Offenheit hinsichtlich diesem Beitrag. Interessanter Begriff „Quarterlife Crisis“ 🙂 Wobei es sich gar nicht mal wie eine Krise anfühlt, sondern eher wie eine Sache, die man versucht zu greifen es aber nicht schafft. Durch die tollen Rückmeldungen durch diesen Beitag habe ich aber nun verstanden, dass es diesen einen Purpose, Zweck, Berufung, den man erfüllen „soll“ gar nicht wirklich gibt. Das hat mir sehr viele Grübeleien und Druck genommen. Ich wünsche auch dir auf deinem Weg von Herzen alles Liebe und freue mich bald wieder von dir zu lesen. Deine Karolin

      Reply

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