Erwachsen-Werden, gibt es das noch? Gedankeneintrag #karolinsmoment

Als ich gestern die Laufhose ein weiteres mal zu Hause ließ und mich mit dem weißen Kuschelpullover, der seitlich über die Schulter hing auf den Weg an die Alster machte, so blitzen beim Beobachten „der Anderen“ immer wieder farblich gleiche Gedanken Impulse umher:

Unterwegs sein, On the Go, bis unter beide Arme verplant mit viele Leute treffen und besänftigt noch um 22:15 Uhr erledigte Aufgaben der „To-Do“ Liste in „Erledigt“ verschieben.

Manchmal habe ich den Eindruck, das ist unser neues Status Symbol, dieses:

Tut mir leid, Ich muss schon wieder los.

Unsereins scheint sich in einigen Fällen darüber zu definieren, nicht nur wie viele Follower wir haben oder Workouts diese Woche schon abgerissen haben (wohlgemerkt um 6:00 Uhr in der Früh), sondern auch über den schlichten gepushten Erfolg der Selbstoptimierung. Jeder noch ein Stück besser, kreativer oder sportlicher als der Andere. 

Dieses ständige „irgendwas machen“. Das fand auch ich toll. Einen Abend bis 20:00 Uhr, dann bis 21:00, 22:00 Uhr. Wohlgemerkt mit bereits abgelaufenem Halbmarathon am Morgen. Bis ich mich im „irgendwas machen“ verrannt habe. Heute bin ich allerdings dankbar dafür und ich erkläre auch warum:

Keine Frage, die Dinge anzugehen, sich auch durch schwere Zeiten zu kämpfen und den eigenen Willen, schöner gesagt Durchhaltevermögen zu formen, das gehört zum Erwachsen-Werden dazu.

Wenn man das heute überhaupt noch so nennen kann.

Manchmal habe ich leider das Gefühl umgeben zu sein von Menschen, die nach außen hin Erwachsene sind, doch im tieferen Austausch schon an der Oberfläche ertrinken, weil man so manchen Beginn von Neuorientierung und Ehrichkeit sich selbst und dem Leben gegenüber verpasst. Oder nicht sieht. Oder auch wegsieht.

In mir, da reifen Entscheidungen, die ich zwar noch nicht sehe, doch ich spüre, dass da was kommt. Dass ich grade wieder ein einem ganz besonderen Moment der Neuorientierung bin. 

Wie kostbar, diese Entscheidung mal nicht mitzurennen, sondern Stille auszuhalten. Da kommen ja Fragen, über die man nachdenkt zwangsläufig. 

  • Wie könnte mein Leben noch aussehen? 
  • Stimmen meine Glaubenssätze?
  • Lebe ich am zu mir passenden Ort? 
  • Was fehlt mir aktuell? 
  • In welchen Momenten bin ich so richtig zufrieden?

Da muss man gar nicht immer gleich Antworten parat haben. Doch alleine sich diesen Dingen zu öffnen, sich dafür Bewusstsein zu schaffen, eröffnet neue Perspektiven. Und auch das Ansehen neuer Maßstäbe was Erfolg eigentlich ist. Auch aus ganz anderen Blickwinkeln. Auch so ein Thema: Neugierde auf sich selber und das Leben. 

Was ist deine Identität?

Manchmal, da strengt man sich so sehr an, um zu beweisen, dass man gut genug ist. Ganz allgemein gesprochen und durch all die Bemühungen für die Außenwelt, verliert man den Blick für das, was und wer man eigentlich wirklich ist. So von Natur aus. Dieses „Beweisen“ kann dann manchmal so enden, dass man sich selber tatsächlich nicht mehr für gut genug hält. Das ist doch schlimm. 

Manchmal schlüpft man in Rollen, die dem eigenen Ich nicht gut tun. Dann wird aus der Generalprobe das tägliche Leben und ein Glaubensgerüst.

Und hier kommt -wie ich finde- der Teil, der nicht mehr mit Gesprächen und Äußerlichkeiten an der Oberfläche zu tun hat:

Ehrlich zu sich selbst zu sein. 

Manchmal redet man sich Dinge ein, dass sie Spaß machen. Wie Backpackung-Reisen oder Samstags Abends feiern gehen.

Ich habe für mich entschieden, dass ich gewisse Dinge, die Andere vielleicht liebe, einfach nicht mag.

Ich finde meine kleinen Auszeiten & Abenteuer in anderen Dingen, nicht indem ich am Wochenende um 23:00 Uhr im Glitzerkleid mit einer Gruppe aus 8 Mädels im Club stehe. Oder Mittwochs Abends Bachelor gucke.

Ich glaube, wenn man das für sich annehmen kann und sich vor allem nicht selber verurteilt, kann man eine erfüllende Beziehung zu sich und zu anderen führen. 

Jeder trägt Sorge dafür, dass er bekommt, was er braucht und ja, es braucht eine Menge Mut das eigene Leben zu hinterfragen, oftmals auch Steine auf dem Weg, doch ich glaube daran, dass dies ein guter, zumindest für mich, richtiger Weg ist, um einen meiner größten Wünsche und Ziele zu erreichen:

Für mich selber einzustehen. 

deine

2 Kommentare bei „Erwachsen-Werden, gibt es das noch? Gedankeneintrag #karolinsmoment“

  1. Ein wirklich schöner Beitrag, vielen Dank!

    1. Vielen herzlichen Dank für das Feedback zum Beitrag, ich freue mich sehr darüber 🙂 Alles Liebe für dich

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