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Meine größten Fitnessfehler

Mit der Anmeldung bei einer Fitness Studio Kette vor 6 Jahren tat ich sie: meine ersten Schritte auf unerschlossenem Terrain. Ich war neu in der Stadt, kannte mein Viertel kaum und nach einer Trennung suchte ich zwischen neuen Straßennamen und fremden Geschäftsschaufenstern nach meinem Selbstvertrauen.

Die erste Luft im Fitness Studio roch gefährlich, aufregend und ein wenig furchteinflößend, doch meine abendlichen YouTube Videos -ja, so war das „damals“ – lehrten mir, was ich zu tun hatte, um in der Welt von Bikini Fitness, Kreatin und Co. meinen Platz zu finden. (Es geb vor 2 Jahren noch nicht „so viel Instagram“ und Workout Videos, anhand derer man sich einiges abschauen konnte. Mit Hilfe von Trainings Videos wie von Sophia Thiel damals mit Ercan schaute ich mir jegliche Übungen und Ausführungen ab)

Jetzt, als ich meinen Körper annähernd kennenlernte und sah, wie er sich durch das Training veränderte,  wurde mir bewusst, dass ich eigentlich gar nicht mehr wie mein Vorbild Sophia Thiel aussehen konnte und wollte. Meine Genetik war wie es sich nun herausstellte eine etwas andere. So wirklich aussehen, wie auf den Fotos bei Instagram und Co. tat ich nicht. Meine Haut war schwammig, meine Oberschenkel wurden immer breiter und ich bemerkte: Die so hart erarbeiteten Veränderungen nahmen Überhand. Zum ersten Mal seit Jahren fühlte ich mich im eigenen Körper nicht mehr wohl.

Mein persönlicher Wunsch zu mehr Weiblichkeit und einer gewissen „Feinheit“ wurde immer größer und pochte gegen meine mittlerweile viel zu muskulösen Oberarme. Ih hatte das Gefühl aufzugeben, nicht stark genug zu sein, doch mein Vorbild, meine persönliche Vorstellung eines, meines schönen Körpers hatte sich verschoben

Ich war verzweifelt, wusste nicht, was ich tun sollte, um diesen eingeschlagenen Weg rückgängig zu machen. Griff weiterhin nur noch zu Protein Riegeln während ich beim „Eiweiß-Einkauf“ an der Kasse die Stickers Riegel anschmachtete. So schaute ich am Abend keine Videos mehr, sondern machte mir Gedanken. Ich wünschte mir:

Der Wunsch nach einem durchtrainierten Bauch und geformten Beinen bestand weiterhin – doch wollte ich zwischen all den sich auftuenden Tupperdosen und Abenden im Fitnessstudio wieder ein wenig mehr Frau sein und gleichzeitig mehr Zeit für andere Dinge haben. Ich wollte mich nicht mehr nur in Fitnesskleidung, sondern durch und durch in meiner Haut wohl fühlen.

Meine 1. Maßnahmen:

Ich habe also kurz gesagt angefangen, weniger schwere Gewichte zu bewegen und mehr Ausdauer Sport in Form von Laufen und HIIT Training bei @theurbanheroes zu machen und meine Ernährung ohne jegliche Supplemente, Abwiegen und Protein Shakes/Riegel zu gestalten:

Resumé / Meine Fitnessfehler

Mit diesem Artikel möchte ich keinerlei Personen angreifen, die intensiven Kraftsport in Form ihrer persönlichen Leidenschaft ausleben. Ich möchte dir damit ehrlich aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass ich meine Außenwelt ausgeblendet hab, keinerlei Ratschläge annehmen wollte und mich zu sehr in etwas verbissen habe. Nach ein paar Jahren dazwischen und einem Stückchen Lebenserfahrung mehr hat mir eine Verbissenheit im Leben nicht nur den Zugang zu einer gewissen Balance, sondern auch zu mir selbst und meinen sozialen Kontakten versperrt. Ich habe dann Muskeln aufgebaut, mich unbesiegbar gefühlt doch während den Stunden im Gym meine Sozialkompetenz völlig aus den Augen verloren. Und anschließend auch die Hülle meiner Selbst. 

Sport kann so vieles sein. Laufen, Yoga, Krafttraining. Durch meine Erfahrung in den letzten Jahren habe ich für mich jedoch herausgefunden:

Sport ist dazu da, um meine bereits bestehenden Gedanken zu unterstützen, sie zu pushen und mich in meiner Grundeinstellung ausbalancierter und zugleich mutiger zu machen. Sport ist nicht dazu da, um fehlende Lücken wie Soziale Kontakte oder Unsicherheit zu verstecken oder das unangenehme Gefühl zu nehmen

7 Replies to “Meine größten Fitnessfehler”

  1. Katharina @kathazuna sagt: Antworten

    Ein schöner Beitrag und ich kann deine Gefühle und Gedanken sehr gut nachempfinden. Es ist so erfrischend, dass du so offen und ehrlich bist und deinen Blog mit wertvollen Beiträgen füllst.

    1. Liebe Katharina,

      Ich möchte mich bei dir für deinen so herzlichen und schönen Kommentar bedanken! Mit meinen Empfindungen Dinge auszusprechen, die wohlmöglich einige von euch da draußen denken, macht mich glücklich, denn ich erahne, dass ich damit auch Andere bestärken kann.

      Danke für deine Zeit und deine Nachricht!

      Alles Liebe – deine Karo

  2. Dein Beitrag ist wirklich gut geworden und erinnert mich ein bisschen an meine „extreme Fitnessphase“ – 6 Tage Training die Woche, auch noch nach 12h Dienst.
    Vorbilder sind generell eher kritisch zu sehen, dennoch bist du genau das für mich :-*
    Liebe Grüße,
    Larissa <3

  3. Hallo liebe Karolin,

    dieser Beitrag ermutigt mich dazu, es auch schaffen zu können.
    Der Szene und dem ständigen Druck zu entfliehen.

    Es ist absolut nicht einfach diesem Zwang zu entfliehen, aber du zeigst mir das es möglich ist.
    Auch ich nutze jeden Tag, um ins Fitnessstudio zu gehen, bis jetzt denke ich es bringt mir Spaß, allerdings gibt es Tage da habe ich keine Motivation und bin total kaputt. Trotzdem „schleppe“ ich mich wieder in diese Studios.
    Ich strebe einen straffen, trainierten Körper an und das schon lange, immer wieder gucke ich mich an und denke wieso verändert sich einfach nichts an mir. (So wie ich es mir wünsche)
    Stattdessen werde ich gefühlt nur breiter, absolut nicht das was ich möchte.

    Ich danke dir für deine Ermutigung !

    1. Liebe Jana,

      Du beschreibst genau diese Gefühle, die auch ich eine ganze Zeit lang empfunden habe. Somit verstehe ich dich zu 100 % und wenn ich dir einen Tipp geben kann ist es, eine Sportart zu finden, die dich mit Freude erfüllt. Bei der das Aufbauen von Muskeln oder Abbau von Kalorien ein „schöner Nebeneffekt“ ist. Was mir geholfen hat endlich meine mentale als auch körperliche Verfassung zu finden ist HIIT Training.

      Ganz liebe Grüße an dich – deine Karolin

  4. Liebe Karo,

    das ist ein richtig toller Artikel! Ich finde mich sehr darin wieder… habe zum Glück einen ähnlichen Weg wie du eingeschlagen- und mir geht es viel besser!

    Drücke dich ganz lieb!

    Deine Mascha

    1. Liebe Mascha,

      Ich freue mich, dass du deinen Weg gefunden hast und werde ihn auch ein wenig mitverfolgen!

      Herzlichst – deine Karo

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