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Mind , Body and Soul – emotionales Essen

Der Umzug war geschafft und mit der Ankunft des neuen Kühlschranks, sowie den ersten winterlichen Sonnenstrahlen durch meine so farblich so toll passenden Vorhänge kehrte zum ersten Mal seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten, Ruhe in mir ein.

So hatte ich doch alles mehr als durchorganisiert und geplant im Blick und unter Kontrolle gehabt : die Timeline für den Umzug, die Lieferung der Möbel, die farblichen Abstimmungen und nicht zu vergessen zwischen all´ den schon vorsortierten Umzugskartons ein wenig körperlicher Ausgleich in Form von gelegentlichen Workouts und Läufen – trotz mehr als vollem Terminkalender war ich on fire. Bereit, nochmal alles rauszuhauen, was an Power geht. Persönlichen Wachstum vorprogrammiert?

Und nun das:

in diesen ersten Momenten der Stille, nachdem alles so reibungslos und ja, auch kräftezehrend, „über die Bühne“ lieft, so vergoss sich dieses völlig verrückte Gefühl wie Sand in meinen Händen und plötzlich hatte ich keinerlei Kontrolle mehr – weder über hinabstürzende Tränen noch meine innere Ruhe. 

Mind – Body – Soul

Nun lag ich dort auf meinem wundervoll, beigefarbenen Teppich und zum ersten Mal seit Wochen spürte ich in der monotonen Stille dieses Kühlschrank-Summens, dass einer dieser 3 so essenziellen Feiler Mind – Body – Soul eine Art Riss erfahren hatte und auf der Strecke geblieben war: die eigene Seele.

Und wie ich dies realisierte, so konnte ich nicht anders, als mit einem bestürzten Gesichtsausdruck mit selbst in die Augen meines Spiegels schauen und zu sagen:

es tut mir so leid – ich habe dich vergessen – ich mache es wieder gut 

Mein inneres Team war, so gut ich die einzelnen Mitglieder nun mittlerweile entwickelt hatte, nicht stimmig, nicht kongruent. Die kleinen, bildlich gesprochenen Bausteine waren in ihren Farben wild durcheinander gerüttelt und ein Klotz war ganz besonders vertrocknet: meine Seele. Ich, als Teamleiter des Ganzen, musste eingreifen, doch das Unwissen darüber, was meine Seele grade brauchte, machte mich noch hilfloser. Was ist los mit mir?

Dieses Wort ließt sich wohlmöglich auf den ersten Eindruck „so dahin“, klingt so poetisch, spirituell – doch ähnlich wie die Ruhe vor einem Sturm, ist es nicht zu unterschätzen. Denn so pusht man sich doch wie oft tagtäglich immer weiter mit starken Gedanken (Mind), neuen Herausforderungen beim Sport, körperliche Höchstleistungen (Body) doch wie schnell vergisst man die eigene Seele und auf ihre Bedürfnisse nicht nur einzugehen, sondern diese auch bewusst zu erkennen und zu pflegen.

Dabei hätte ich es spüren müssen, dass ich die eigene Seele in der letzten Monate im Umzugsstress, Uni Gewusel und anderen Projekten ein paar Schritte zu sehr übergangen hatte. Sie nicht hatte arbeiten lassen an der frischen Luft. Immer wieder plagten mich diese irren Gelüste nach „ungesunden“ Lebensmitteln wie Chips, Schokolade und ganz besonders viel Eis. Meine Seele brauchte was. Vielleicht Zucker, vielleicht aber auch nur meine Aufmerksamkeit, die sie durch solche Heißhunger Zeichen kläglich versuchte einzufordern, um mir zu zeigen: ich bin auch noch da, ich brauche Sorge.

Da ich mittlerweile so weit war diese kleinen Zeichen nicht nur wahrzunehmen, sondern auch anzunehmen, tat ich mich mittlerweile schon deutlich besser damit, auch mal Zucker, Fette und Co zu mir zu nehmen und nicht auf Ersatzprozeduren umzusteigen (Bsp: Reiswaffeln anstatt Chips)

Früher

in meinen extremen Kraftsport und Clean Eating Zeiten empfang ich Lebensmittel mit Zucker und Fetten wie Eis oder Kekse wie reines Gift für meinen Körper. Schon der Gedanke daran diese zu konsumieren löste in mir das Bild aus, dass jegliche Zuckermoleküle gleich als unschöne graue Schleier am nächsten Morgen über meinem Gesicht liegen und meine Sportlichkeit hiermit in Frage gestellt ist.

Auch mal ein Eis zu essen ohne ein schlechtes Gewissen grenzt natürlich in gewisser Weise an eine Störung, doch wen wundert es. So beschäftigt man sich insbesondere in der heutigen Generation fast täglich mit Körperidealen, Ernährungsformen und angeblich „schlechten“ Lebensmitteln – doch gibt es diese? Und welche genaue Dosis macht das Gift? Wie soll man damit umgehen wenn man es aufgrund von Prüfungen oder Projekten im Büro einfach abends um 21:00 Uhr nicht mehr zum Sport schafft?

Heute

Zurück zum Thema, welches ich eigentlich anschneiden möchte: Emotionales Essen. Bedeutet:

Essen, um einen scheinbar eigentlich ganz anderen Hunger zu stillen.

Bisher hatte ich dieses noch nicht so richtig aufgegriffen, doch meine kürzliche Begegnung und Reflexion mit mir selbst machte mir deutlich, dass mein Verlangen am gestrigen Abend nach Salz, Mandelbutter und Schokolade definitiv nicht das Resultat eines intensiven HIIT Workouts war, sondern einen ganz anderen Grund als Ursache hatte. Doch hatte ich in diesem Moment nicht aufmerksam darauf reagiert, sondern sozusagen im psychologischen Nebel aus Gedanken und Emotionen zu wenig reflektiert. 

So hatte ich mit Eisbechern und Co. mir bildlich gesprochen solch eine Zucker-Überdosis gegeben, dass ich das eigentliche Problem hinter Blähbauch und Abgeschlagenheit nicht mehr erkennen konnte. Aus einem genussvollen Soulfood wurde ein „Verdrängungsfood“, was das Ganze spätestens am Tag darauf auch nicht wirklich besser machte.

 

Emotionales Essen erkennen ist meines Erachtens nach ein großes Zeichen von Selbstreflexion und Bereitschaft, sich auch eigenen Problemen, die man vielleicht seit der Kindheit als Ur-Ängste in sich trägt, zu stellen. Mutig zu sein und stark – auch wenn das beim beim ersten Hineinhorchen und doch Süßes essen eher nach Schwäche klingt. 

Liebe Seele, was brauchst du gerade ? Ich kümmere mich um dich, du bist mir wichtig. Wir, unser inneres Team und unsere damit einhergehende Authentizität wir brauchen dich. 

Lieber Leser, liebe Leserin, was ich dir sagen möchte ist, sportlich sein, Ziele zu erreichen ist toll, wichtig und solche Erfolgsmomente lassen dich durch jede Lebenssituation weiter machen. Doch vergisst man so manches mal leider so oft den zunächst unsichtbaren Faden, welcher auch an der eigenen Seele hängt und dass dies nicht nur ein spiritueller Begriff ist, sondern ein ganz wichtiger Baustein des eigenen Ich. Deine Seele braucht Aufmerksamkeit, Pflege und Fürsorge, sonst kann sie dich nicht unterstützen. Selbstfürsorge ist also nicht nur Sport treiben, flach gesagt „toll aussehen“, erfolgreich sein und immer präsent sein, sondern auch : dich selbst einzuladen, in die Selbsterfahrung zu gehen. Mit schönen aber auch weniger schönen Facetten. Um deine Ressourcen herauszuarbeiten, die Bedürfnisse der eigenen Seele zu erkennen. Denn ich glaube, wer sich die Zeit und Muße nimmt, sich selber zu kennen innerhalb des Lebensprozesses, der kann sich auch den richtigen anderen Menschen zumuten – echt und authentisch. 

 

Es ist nicht immer nur Sport und schöne Kleidung, Statussymbole, Likes, viel Geld, Karrierestufen, reines Durchhaltevermögen, was dich in deiner Balance nährt, sondern auch das Wohlbefinden deiner eigenen Seele. 

 

 

4 Replies to “Mind , Body and Soul – emotionales Essen”

  1. Vielen Dank für diesen Text. Du hast mir damit gerade die Aufen geöffnet bzw. meiner Seele eine Stimme gegeben. Seit Tagen fühle ich mich auch nicht gut und habe ständig Heißhunger auf Süßes und Salziges,aber das Essen hilft nicht, weil das Problem ein anderes ist. Tausend Dank, nun starte ich morgen sicher anders in den Tag und kümmere mich um meine Seele!

    1. Liebe Julia,

      ich freue mich so sehr, dass du meinen Beitrag gelesen hast und er dir in gewisser Weise einen positiven Anstoß gegeben hat. Du beschreibst das emotionale Essen aus deiner Erfahrung heraus super! Auch ich habe gestern Abend was anderes gemacht als sonst und mein Tag heute ist gleich viel besser. Manchmal braucht man auch einfach mal Ruhe um dazusitzen.

      Ich umarme dich und schicke dir ganz liebe Grüße

      Karolin

  2. Liebe Karolin,

    danke für diesen großartigen Text! Mir war das gar nicht so bewusst, wie viel da zusammenhängt – da nun Adventszeit ist, versuche ich auch die ganze Zeit ein bisschen gemütlich und besinnlich zu gestalten, eben so, dass es genau richtig für mich ist. Auch wenn Weihnachtsmarkt-Besuche, Weihnachtsfeiern und der Weihnachtseinkauf wirklich schöne Sachen sind, muss ich darauf achten, dass alles in dem Maße ist, damit es für mich passt. Damit es mir gut geht, und sich Essensgelüste nicht überschlagen. Danke für den Beitrag. Und hab einen schönen Tag! ⭐️

    1. Meine liebe Patricia,

      wie toll, dass du wieder die Zeit gefunden hast, den Beitrag zu lesen und darüber hinaus auch noch ein so positives Feedback zu hinterlassen. Die Adventszeit sollte man natürlich genießen und ich hoffe, du findest einen Weg, dass es genau FÜR DICH passt <3

      Alles Liebe - deine Karolin

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