Kürzlich lief ich ungeschminkt durch die Make-Up Abteilung eines edlen hamburger Kaufhauses. Die jungen Damen um mich herum starrten mich durch ihre schwarz geschminkten Augen regelrecht an bis die erste Frau mich freundlich und zugleich bestimmt ansprach, ob sie mir etwas Make-Up auflegen darf. Ich lächelte freundlich – und lehnte dankend ab. Und inmitten all´ dieser teuren Handtaschen, die sich in den grell beleuchteten Schminktischen spiegelten, dem Duft von schweren Parfums und hunderten von rotfarbenen Lippenstiften in goldenen Schatullen fühlte ich mich in meiner „All-Time-Favorite“ Jeans und dem nun wirlkich schlichten, weißen Strickpullover wohl , denn: ich hatte mich selbst, Selbstsicherheit,Mut und etwas so kostbares, was man in diesen Hallen, in den ich mich bewegte, nicht kaufen konnte:

Einen starken, gesunden und athletischen Körper. Das zu Hause meiner selbst.

Dieses „zu Hause“ pflegte und stärkte ich wenige Tage zuvor im Fitnessstudio und während ich meine Übungen machte, fiel er mir wieder ins Auge. Dieser schmale, drahtige Junge mit zerzausten schulterlangen Haaren und dürren Fingern. Erneut trafen sich unsere Wege zum wiederholten Male hier und im Spiegel beobachtete ich ihn, diesen regelrechten Paradiesvogel zwischen der Fülle von Mittzwanziger-Hipstern. In seinem zerschnittenen Rockband Shirt machte er mir völlig unbekannte, leicht verrückte Übungen, brüllte und verzog noch während die Hantel durch die Luft flog das Gesicht. Er betrachtete sich im Spiegel zwischen Schweiß und Eisen und auch er bemerkte, einige Andere lachten. Er auch – aber nicht über sich, sondern voller Zufriedenheit und Mut. Er schien so glücklich und entschlossen in und mit sich selbst. Er wusste was er da tat, warum und mit welchem Ziel – voller Mut.

Ich nahm einen Schluck kaltes Wasser und bemerke, dass sich während meinen Beobachtungen eine Freuden-Träne in meinen Augen sammelte. Er berührte mich, denn er war anders, einzigartig .Er lebte seine Vision und Andersartigkeit und begeisterte mich damit.

Ich nahm meinen Mut zusammen und ging wenige Augenblicke später zu ihm rüber. Nicht um meinen Mut zu beweisen, sondern um ihm weiterhin Mut zu machen, ihn aus meiner Sicht offen und ehrlich zu bestärken auf seinem persönlichen Weg und ihm meine Gedanken, meine Bewunderung mitzuteilen. Seine Augen leuchteten noch mehr …

Mut – Furchtlosigkeit, Kühnheit, Optimismus.

Mut – dieses „kleine“ Wort besteht auf den ersten Blick aus nur wenigen Lettern, doch kann und bedeutet es so viel! Es kann ein Zustand sein oder eine Charaktereigenschaft.

Ins kalte Wasser springen, Grenzen überwinden oder einfach: Entscheidungen zu treffen.

Mut kann eine Nachricht sein, deren Inhalt Zuspruch ist. Bei grün als aller Erster loszulaufen. Zum Lieblingssong während dem Warten auf den Bus zu tanzen.  Mut kann sein Nein und ich richtigen Moment Ja zu sagen.

Mut bedeutet zuzupacken, Chancen zu ergreifen und zugleich loszulassen. Mut ist frei sein und im gleichen Moment Verantwortung zu übernehmen. Mut ist, keine Angst vor der Dunkelheit zu haben und dennoch sein wahres Inneres ans Licht zu tragen.

Mut kann sein zu bleiben, Loyalität zu beweisen aber auch auszubrechen, neu anzufangen.

Mut ist eine menschliche Fähigkeit, ein zu jedem Menschen gehörendes Potential. Es ist vor allem eine Kraft, die sich nutzen lässt, um im Leben etwas zu verändern.

Mut, du wunderschönes Wort – du bist Antreiber, Impuls für Veränderung, Lebenskünstler, Hoffnungsgeber.

Die U-Bahn fährt ein und der kalte Windzug aus dem Schacht erfasst mich. Luft mit dem Geruch der Straßen, der Stadt. Sie umströmt mich und ich spüre unter meiner Winterjacke, wie mein Herz rast. Es ist keine Angst und auch keine Aufregung – Nein! Es ist Mut. Ich atme den Moment ein und genieße es, wie ich von Mut regelrecht erfüllt bin.

Welt da draußen Ich komme. Wir 3 – du, mein Mut und ich wir haben noch so viel vor!

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