Psychologie des Loslassen

Loslassen – Zeit heilt keine Wunden. 

Loslassen heilt die Wunden. Es ist die Notwendigkeit, die dem Großteil der Menschen immer wieder starke Probleme und Leid bereitet. Lebensabschnitte, Vorstellungen, Zustände, Ängst, Gewohnheiten, Gedanken, eine Umgebung … 

Ohne das Loslassen geht nichts im Leben.

Es ist nicht zu verwechseln mit verdrängen. Und Loslassen bedeutet auch nicht vergessen. Loslassen ist die Akzeptanz den Fluss des Lebens anzunehmen. 

Alles kommt und geht. 

Loslassen ist Befreiung. Loslassen ist Balance. Und: Die Akzeptanz der Veränderung. 

Wir Menschen wollen schöne Dinge, besondere Momente, tolle Gefühle festhalten. Nicht selten sorgt das Klammern dafür, dass es sich verändert. Und manchmal lassen wir auch Störendes oder sogar Krankmachendes nicht los. 

Manchmal möchte man gerne loslassen, doch die Ängste blockieren uns. Und ganz oft möchte ein Teil in uns Veränderung und ein anderer nicht. Meist ist es Herz gegen Kopf. Oder Sicherheit gegen Risiko.

Das Herz kann oftmals sogar schneller loslassen, als der Kopf. Es ist im Fluss des Lebens und weiß, was richtig für dich ist. Es trauert nur stärker, als der Kopf. Daher verspürst du manchmal Herzschmerz.

Doch genau dieser Prozess, das Trauern, ist Verarbeiten. Je länger man an einen Zustand, eine Person oder ähnliches gewohnt ist, desto mehr Verbindungen hierzu bestehen natürlich im Kopf. Desto länger dauert es natürlich auch, bis diese Verbindungen verblassen.

Warum fällt es so schwer loszulassen?

Ohne die Bindung und Nähe beispielsweise zu unserer Mutter und zu anderen Menschen als Baby, würden wir nicht überleben können. Wir brauchen als als Urvertrauen:

Bezug / Bindung / Zuneigung / Sicherheit / Liebe

Als Kind kennt man „Loslassen“ noch nicht. Das kommt erst im Prozess des Erwachsen-Werdens dazu. Loslassen lernt man durch den eigenen Lebensweg also erst kennen und lernt dann, damit umzugehen oder eigene Taktiken zu entwickeln. Die Tatsache der Vergänglichkeit und Verlust im Leben ist oftmals unangenehm, kein schönes Gefühl und erfordert Kraft, sich damit auseinanderzusetzen. Die Einen können damit einfacher umgehen, als die Anderen. Manch einer braucht lange, um eine Taktik zu finden, die für sich selbst passt. Es gibt auch Menschen, die so schwer loslassen können, dass sie einen Großteil ihres Lebens verpassen. Andererseits gibt es aber eines für uns alle ganz klar:

Die Erkentniss, dass wir uns jeden Tag für etwas Neues, Anderes, Besonderes entscheiden können. Dass, auch wenn wir loslassen müssen, jeder Tag etwas mit sich bringt, was wir gewinnen und neu erfahren können.

 

„Ich bin bereit zu akzeptieren, was passiert ist. Mir gefällt es nicht, doch es passiert.“ – was mir in Situationen von Loslassen hilft ist:

  • Akzeptieren, dass Dinge unabhängig von meinen Gedanken darüber passieren
  • Hinnehmen, dass es auf der Welt keine Gerechtigkeit gibt
  • Verstehen, dass Menschen sich nicht immer verhalten, wie ich es mir erwünsche
  • Loslassen ist nicht gleich Verlieren oder Versagen. Es ist ein normaler Lebensprozess

Um Loszulassen, lenke ich mich nicht mit Dingen ab, sondern gehe in das Gefühl und nehme mir Zeit, die Gedanken zu beobachten und versuche sie nicht zu werten. Mir hilft dann:

  • Laufen gehen
  • Zeit in der Natur verbringen
  • Social Media Pause
  • Nicht Erreichbar ein via Social Media / Whatsapp
  • Tägliche Routinen verändern
  • Tagebuch schreiben (damit habe ich nun vor kurzem wieder begonnen und es hilft mir mir gegenüber und meinen Gedanken verbindlicher zu sein)

 

2 Kommentare bei „Psychologie des Loslassen“

  1. Das hast Du wunderbar zusammengefasst.
    Ich arbeite bereits seit über 50 Jahren daran. Immerhin lasse ich die Hoffnung nicht los, hier irgendwann vielleicht doch noch bessere Erfolge zu erzielen. 😉

    Beste Grüße
    Gunda

    1. Liebste Gunda,

      vielen Dank für deinen Kommentar und die Rückmeldung zum Beitrag. Darüber habe ich mich total gefreut! Ich wünsche dir weiterhin von Herzen alles Gute! 🙂

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