Ist es nicht verwunderlich und paradox zugleich, dass wir uns heutzutage mental, geistig und auf das eigene Ich bezogen immer weiter entwickeln und verändern möchten, doch krampfhaft daran festhalten, die stets gleiche Figur zu bewahren?

Bloß nicht zuzunehmen, die Balance zu verlieren, die teils so „hart erkämpfte“ Figur zu bewahren. Doch ist das oftmals so „in Schacht gehaltene“ Äußere, unser Körper, das zu Hause, der Nährboden für inneres Wachstum oder auch Entwicklung.

Das passt doch vorne und hinten nicht zusammen.

Dieses Paradox habe ich nun in den vergangenen 7 Jahren von A bis Z durchgelebt. 

Anfang meiner Krafttraining Zeit mit deutlich mehr Gewicht (2017)

Nach der ersten großen Trennung, Verlust meines Selbstvertrauens und Umzug in die damals fremde Stadt Düsseldorf wollte ich es allen beweisen. Eine starke Frau von Innen und Außen sein. Instagram war grade erst im Kommen und kaum einer kannte Fitness Blogs. Ich begann mit: 

  • 6 mal wöchentlich Krafttraining
  • Essen vorkochen, abwiegen
  • Unmengen an Protein, Riegeln, Kreatin etc.

Ich habe damals offentsichtlich deutlich mehr Gewicht gehabt, als ich es heute tue. Meine Arme waren extrem muskulös, ein riesiger Po und ich hatte durch das viele Essen aus Reis, Hühnchen, Protein und Co. gefühlt sehr aufgeschwemmte Haut.

Wohlfühlen im eigenen Körper war plötzlich gleich Null. Ursprünglich hatte ich das Ziel so auszusehen wie Sophia Thiel, doch war ich damals noch nicht so im Bilde darüber, was es in etwa (!) bedeutet so auszusehen. Für mich war klar:

Ich muss abnehmen – möglichst schnell 

Dann habe ich schlagartig angefangen, meine Gewichte fallen zu lassen und exessiv Cardio Training zu machen in Kombination mit einem Kaloriendefizit:

auf diesem Bild bin ich auf meinem bisher niedrigsten Gewicht gewesen. allerdings für mich ungesund!

Ich bin anstatt Krafttraining zu machen dann sehr viel gelaufen. Fast jeden Tag bis zu 10km und habe mit dem intermittierendem Fasten angefangen. Da bin ich dann immer weiter rein gerutscht und auch mein Gewicht ging immer weiter runter, weil ich eben sichtbare Muskeln und einen definierten Bauch haben wollte – jedoch habe ich den Endpunkt verpasst oder nicht sehen wollen.

Sommer 2018

Nun, heute genau 1 Jahr später ist viel passiert. Insbesondere mental und in meinem Umfeld. Ich habe mein Umfeld neu sortiert und angefangen zu lernen, meinen Körper anders wahrzunehmen und: mir auch nicht mehr alles „ungesunde“ zu verbieten. Ich habe eine Zeit lang nicht mal Schokolade gegessen.

Ich hab angefangen, wieder „normale Sachen“ zu essen wie Eis, Brot und generell Kohlenhydrate und nicht nur Harzer Käse. Mein Körper hat sich wieder verändert. Klar, schließlich esse ich deutlich mehr:

Auf dem Bild kann man sehen, dass mein Bauch nicht mehr so „flach“ ist, wie auf den Bildern im Sommer.  (Sommer 2019)

Ich musste mich daran ehrlich gesagt auch erst mal gewöhnen und hatte zugegeben wirklich Probleme das zu akzeptieren und nicht wieder in diese Abnehm-Schiene reinzurutschen. Auf Social Media bin ich Accounts, die mir Druck machen entfolgt. „Druck machen“ in dem Sinne, dass diese Körper aus meiner Erfahrung nicht gesund sein können. Ich möchte mich an mir selber orientieren und nicht mehr an Anderen Frauen-Körpern.

Meine aktuelle Figur, mit der ich weniger Cardio Traning mache und wieder normaler esse:

2 mal wöchentliches Krafttraining,

1 mal Laufen, viel Alltagsbewegung (Oktober 2019)

Das ist meine ganz aktuelle Figur und ich bin endlich zur Erkenntnis gekommen, dass im Endeffekt sich rein äußerlich gar nicht so viel verändert hat. Minimale Differenzen, die sich jedoch in meiner inneren Welt so sehr aufgetürmt haben, dass ich mir selber im Weg gestanden habe. Das ist doch Wahnsinn wie viele Dinge man sich verbietet, grübelt und verrückt macht. Ich stehe mir auch heute in manchen Momenten noch im Weg, doch

Fakt ist: die Erkenntniss.

Nämlich, dass ich keine 19 Jahre mehr bin, sondern eine erwachsene Frau mit 29 Jahren und genau wie meine Seele, mein Herz, meine Gedankenwelt hat sich auch mein Körper verändert. Das ist normal. Und dafür will ich ihn lieben, dass er mein zu Hause für all´diese wundervollen, persönlichen und inneren Werte ist.Im Einklang leben.

Denn darum geht es mir aktuell: weniger Druck, Performance Wahn und mehr aus meinem Gefühl heraus leben.

Ich bin heute unzählige Erfahrungen aus der Sport-Zeit, aber auch im Zwischenmenschichen reicher und ganz egal wie trainiert mein Bauch vielleicht ist, ich ziehe durch meine Innenwelt und neu gewonnene Verbindung zu meinem Körper nach und nach alles an, was ich mir eträumt habe. Und ich glaube daran, dass man dass auch spüren/sehen kann.

 

(Visited 392 times, 9 visits today)

Lasse ein Kommentar da

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.