Ich hätte es selbst nie gedacht. Was heißt „nie“. Damit habe ich nicht gerechnet. An diesem Sonntag Morgen treibt es mich nach meinem Erwachen mit Sonnenlicht am Zimmerfenster auf meinen neu eingerichteten Balkon, welcher nach einer warmen Nacht mit kühlen Winden und dem wunderschönen Geräusch der rauschenden Blätter auf mich wartet. 

Genau hier saß ich vor genau einer Woche und als ich an meinem Laptop tippte, erfasste mich ein totaler, absoluter Moment der Achtsamkeit. Alles stoppte, die Welt hielt förmlich an und durch die prächtig, grünen Bäume im Park gegenüber eines Balkons rauschte ein Sommerwind, welcher mich tatsächlich mit einer Art „Licht“ einnahm und erfüllte.

Es ist nicht, dass ich erleuchtet wurde, doch in genau diesem Moment fühlte ich mich vollkommen. Vollkommen am richtigen Platz, vollkommen wohl, ausgeglichen und: bei mir selbst. 

Monatelang schenkte ich meinem Balkon keine Beachtung, nutze ihn als zusätzliche Asbtellfläche für meine kleine Wohnung und fand ihn nicht Sonderlich schön. Irgendetwas in mir trieb mich dazu, innerhalb eines Tages einen neuen, eigenen, Meinen Ort zu erschaffen. Möglicherweise war es der Satz:

Wer einen Garten pflanzt, glaubt an morgen.

Die Bedeutung, welche damit einherging, ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Sie faszinierte mich. Denn ja, ich glaube an morgen. Trotz Unsicherheit, Selbstzweifeln und Ängsten glaube ich an Morgen. Wieder. Eine Zeit lang hatte ich mich verloren. Verloren in Arbeit, in dem Drang „Beweisen zu müssen“. Mir selbst und Menschen um mich herum, dass ich es schaffen kann. Mich zu optimieren, weiterzukommen, nicht stehen zu bleiben. Mein Alltag bestand aus Arbeit. Jeder Schritt, jede Entscheidung, jedes Buch, welches ich las war dazu da, um weiterzukommen. Dadurch besser zu werden und ein Stück näher am Perfektionismus. 

Da war es, dieses Wort, welches mir wie ein Schauer über den Rücken lief. Weil es für mich in den letzten Monaten nichts „Schönes“ bedeutete, sondern eine Art Filter, welcher sich auf mein tägliches Empfinden und Handeln legte. 

Woher kommt der Drang, ständig alles richtig machen zu wollen? „Perfekt“ zu sein?

Nach meinen Recherchen anhand meiner Studienbücher liegt dieses Verhaltensmuster dem inneren Kind zugrunde. Wer schon früh lernt, ausschließlich durch richtiges Verhalten und Handeln Anerkennung zu bekommen, löst möglicherweise einen Sog bis hin zum Erwachsenen Alter aus. Schlechte Noten und ähnliche Dinge verärgern Eltern, sorgen für Streit beim Abendbrot und Bauchschmerzen mein Kind, wenn es nur daran denkt diese zu verkünden. 

Sind wir dahingegen beim Sportfest die schnellste Runde gelaufen, werden wir mit Anerkennung und Aufmerksamkeit überschüttet. Wir fühlen uns bestätigt. Dieser Mechanismus im Verhalten aber auch Denken macht sich dann auch im Erwachsenenalter bemerkbar.

Welche Ausbildung soll ich bloß machen? Welche Entscheidung ist die richtige, um Diskrepanzen und Stress zu vermeiden?

Manchmal führt es dazu, dass im weiteren Verlauf Studiengänge oder Ausbildungen ergriffen werden, die vielleicht nicht zu 100 Prozent mit den eigenen Interessen einhergehen, dafür aber eines liefern: Zustimmung, Begeisterung des Umfeldes und eine positive Rückmeldung an den jungen Menschen. Durch Kindheit und Erziehungsmuster, die darauf abzielen dem Kind dann Liebe und Anerkennung zu geben, wenn es die Dinge „richtig“ macht – so wie erwartet zum Beispiel – entstehen junge Menschen, die unter dem ständigen Zwang liegen, es perfekt zu machen. Denn dann erhalten sie Aufmerksamkeit, Liebe, Harmonie. Eigentlich wie eine Konditionierung. Eine Konditionierung, die zum Zwang wird und das Individuum unter Druck setzt.

Füllebewusstsein – eigener Wirkung, mangelnde Selbstwertschätzung. Bewusstsein, was man ausstrahlt, Gedanken zu sich selbst verändern sich. Schuldgefühle. 

Hau Rein = Viel Tun = Besitz / „Dann erreichst du etwas“ = Dann bist du etwas(( in den Augen der anderen, aber nicht erfüllt.))

Was tue ich, wenn ich merke: Meine innere Stimme / mein Herz stimmt nicht mit meiner aktuellen Situation überein?

Ein Fehler, welchen ich in der Vergangenheit oft gemacht habe war, unmittelbare Cuts zu setzen. Abzubrechen. Schluss aus Ende. Aus den Augen aus dem Sinn. Sei es eine Ausbildung, ein laufendes Studium oder auch ein Partner, eine Beziehung. Gefühle abstellen und von heute auf morgen beenden ist nicht der richtige Weg. Ein Ansatz ist es: anzuschauen. Deine Situation ist aktuelle Selbsterfahrung. Es ist wichtig, das was du bisher gemacht hast anzuschauen und : wertzuschätzen.

  • Wie gehst du in dein Studium hinein?
  • Wie führst du deine Beziehung?
  • Wie achtsam gehst du in eine Lebenssituation hinein?
  • Hast du Zeit für dich?
  • Hast du Rhythmus in deinen Tagen?

 

Was nährt dich in deinem Leben?

Kreiere deine 4 „Fs“ – Was bedeutet für ich:

  • Frieden
  • Freude
  • Freiheit
  • Fülle

Lösung / Herangehensweise:

Wenn du merkst, dein Leben, dein Herz fühlt sich aktuell nicht stimmig an, meide es den Kopf in den Sand zu stecken und alles von dir abzuschütteln. Stattdessen heißt es jetzt: Nimm dir Zeit. Zeit für dich ganz alleine, deine Gedanken. Ziel ist es, deine Disbalance zwischen dem, was du fühlst und dem was dich draußen erwartet wieder herzustellen. Dazu brauchst du ganz bewusst Zeit und Ruhe für: Freunde, Partner und vor allem : deinen Geist, deinen Köper, dein Herz

Du bist der zentrale Gestalter und Schöpfer deiner inneren Lebenswirklichkeit.

Dafür bedarf es Zeit, um dich selbst auszuloten, kennenzulernen und zu beobachten, was du fühlst, wo es dich hintreibt. Dann kannst du diesen erschaffenen Kreis nähren mit Freundschaften, Sport etc. 

Nun verstand ich auch, warum mein Herz mich dazu führte, meinen kleinen, nun so unfassbar hübschen Balkon zu gestalten: es war mein neuer Rückzugsort, den ich mir nach meinem ganz eigenen Geschmack nur für mich sichtbar geschaffen hatte. Ein Ort, an dem ich außer dem Rauschen der Baumwipfel nichts hörte außer: die Stimme meines Herzens. Heute sagte sie mir: du musst dich gar nicht hetzen, um zum Sport zu schaffen. Genau hier und Jetzt bist du richtig. Bist du okay. Lasse los und genieße dich selbst und : höre dir zu

 

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