Da wachst du morgens auf, die Augen noch nicht geöffnet und schon tausende Bilder im Kopf. Lauter tolle Ideen, Visionen und Vorhaben, die dir einen großartigen Tag bescheren werden. Und dann nimmst du den ersten heiß ersehnten, erlösenden Schluck aus deiner Kaffee-Tasse, die die du jeden Morgen benutzt. Schon immer. Und der schmeckt nicht.

Du beginnst nach den Gedanken zu greifen. Dich festzuklammern. Der da vorne der ist es bestimmt – oder vielleicht doch der, der grade rechts an mir vorbei zog – irgendeiner muss doch der richtige sein und meine Laune schlagartig aufhellen. Aber welcher unter den vielen Gedankengängen ist der Richtige, der, auf den ich jetzt schnellstmöglich aufspringen muss damit der Tag nicht schon in vollem Gange ist und ich mit meiner Gefühls- und Motivationswelt zu spät dran bin. Ein Zwischentag droht.

Vielleicht hilft der Blick aus dem Küchenfenster. Doch auch der verspricht nichts Gutes. Ich sehe den Park vor meinem Balkon kaum, die alte Dame, die ihren Hund hier jeden Morgen ausführt ist noch gar nicht da. Graue Schleier und wieder keine Sonne – na großartig.

Die erste Stunde vergeht. Couch. Bett. Wieder Couch. Küche. Noch ein Kaffee. Musik, ja vielleicht hilft Musik. Ich zappe durch die Playlist um den Song zu finden, der mir grundsätzlich immer gefällt und gute Laune verschafft. Heute klingt er irgendwie fad und mir fällt plötzlich auf: sei Tagen höre ich auf einmal R´n´B und solche Dinge, die im Radio täglich hoch und runter laufen, so dass du sie schon gar nicht mehr im Detail wahrnimmst.

Okay nächster Versuch. Schließlich heißt es ja “ Weiter machen, immer weiter machen.“ Ein Outfit muss her. Das Shirt sitzt nicht also greife ich zu der Lieblings Jeans, die geht im Notfall immer. Meine Schubladen sind eine Katastrophe also schiebe ich sie schnellstmöglich wieder zu. Kritisch schaue ich in den Spiegel – hab ich zugenommen? Nein kann nicht sein. Nein, nein auf meine Schokolade werde ich nicht verzichten unter keinsten Umständen. Dann werde ich halt dick ist ja auch egal. Ich könnte aber auch die Wohnung neu umdekorieren…

Vielleicht sollte ich etwas essen das hilft bestimmt. Wobei dann passe ich weiterhin nicht in mein neues Shirt, welches ich zu den anderen 95 Stück auf meinem Bett geschmissen habe. Meine Güte der Tag ist schon halb vorbei, der richtige Motivationsgedanke immer noch nicht gefunden und ich bin unzufrieden. Ein blödes, richtig doofes Gefühl, denn es erinnert mich ein wenig an das, was man vor einer Prüfung fühlt. Du willst nicht, weil du hast schlechte Laune und tausend andere viel bessere Dinge zu tun aber: aus der Situation kommst du so jetzt nicht mehr raus. Da helfen weder Schokolade noch ein großer Starbucks-Kaffeebecher noch neue Zara-Shirts.

Da muss man durch.

Ja, so sind sie diese Tage zwischen Veränderung, Umbruch und dem Sammeln von neuem Mut und Energie. Diese „Zwischentage“ an denen man so viel denkt und gleichzeitig Panik hat, dass man aufgrund dessen so viel Wichtiges verpasst. Besonders beliebt als Zwischentage sind Sonntage. Aber sie kommen auch unter der Woche vor. Mal so mal so. Herausfordernde Lebenssituationen, die dein Durchhaltevermögen fordern. So sind sie diese Tage, die manchmal unangenehm sind und schlichtweg nerven. Dich versuchen unzufrieden zu stimmen und sich dir schon morgens einfach in den Weg stellen.

Doch: sie sind wichtig – sie erinnern dich daran, dass es immer wieder Zeitfenster gibt, in denen du ganz nah bei dir selbst sein musst, dich kennenlernst und übst, TAKTIKEN zu entwickeln dich aus solchen Momenten und Phasen herauszuholen.

An manchen Weggabelungen brauchst du eben nur dich selbst und deinen Mut.

Jetzt stehe ich auf dem Laufband und dann kommt da mein Lied – Geschwindigkeit höher, das Laufband noch schneller, noch weiter noch besser. Die Sonne kommt raus und ich muss doch lächeln. Und da läuft man wieder…. Weiter im Rausch der Vision. Das Gefühl. MEIN Gefühl. Da ist es. Es ist da.

 

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